agrarspitzen Hier kommentieren az-Redakteure und Gastautoren die Nachrichtenlage
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Schlammschlacht

#BL2#Immer wieder ist das Wetter an allem schuld. Ist es zu kalt, erfrieren die Pflanzen, ist es zu trocken, sinkt der Ertrag. Gegen diese Wetterunbilden ist kein Kraut gewachsen. Landwirtschaft findet nun einmal unter freiem Himmel statt. Doch die Regenfront, die am Mittwoch und Donnerstag das Ausstellungsgelände der DLG-Feldtage in Bernburg in einen Hindernisparcours durch Matschpfützen.

von Redaktion agrarzeitung
Donnerstag, 21. Juni 2012

Nebelkerze

#BL2#Der Deutschen Bauernverband (DBV) wird nicht müde, die außerlandwirtschaftliche Nutzung von Agrarflächen anzuprangern. Kürzlich überreichte der scheidende Chef-Lobbyist Gerd Sonnleitner im Bundestag eine Liste mit 212.000 Unterschriften, die sein Verband bei der Kampagne „Stoppt Landfraß“ sammeln konnte. Vor dem Petitionsausschuss forderte Sonnleitner eine gesetzliche Verankerung des Schutzes von landwirtschaftlichen Flächen. Sicherheitshalber wird auch gleich noch eine entsprechende Protestaktion zum Ende dieser Woche sorgfältig geplant. „Gut gebrüllt Löwe“, möchte man bei so viel leidenschaftlichem Aktionismus ausrufen und zugleich Sonnleitner und seinen Mitstreitern anerkennend auf die Schultern klopfen.

von Redaktion agrarzeitung
Donnerstag 21. Juni 2012

Selbst ist die Wirtschaft?!

#BL2#Die Idee des freien Marktes ist manch einem in der Agrarbranche offenbar noch fremd. Auf einer Podiumsdiskussion zu dem Thema „Der Getreidemarkt vor der Ernte 2012 – Bulle oder Bär?“ kürzlich auf Burg Warberg entfaltete sich ein nostalgisch anmutendes Schauspiel. Ein Einkäufer einer großen Hamburger Mühlengruppe beschrieb die Nöte seiner Zunft. Das Mehlgeschäft sei Tagesgeschäft. Man versuche, nur dann Ware zu kaufen, wenn die Mehlkunden auch wirklich auf der Matte stehen. Der Nachteil dieser Strategie: Will der Kunde zu Zeiten knappen Angebots und hoher Preise kaufen, die Mehlpackungen seinerseits aber unverändert günstig im Supermarkt verticken, beißt die Mühle als schwächerer Verhandlunsgpartner in den Sauren Apfel und hat die hohen Rohstoffkosten am Hals. Der bequeme Reflex ist, nach Vater Staat zu rufen. Oder nach einer „Mindestreserve“ für Getreide, auf deren Vorräte man notfalls zugreifen könne.

von Redaktion agrarzeitung
Donnerstag 14. Juni 2012

Wunschpreise

#BL2#Die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter in Deutschland (ISN) ist gut beraten, sich fürderhin mit den Mechanismen des Marktes vertraut zu machen. Allerdings dürfte es ihr danach schwerer fallen, die vertrauten Feindbilder zu bemühen. Darunter leidet zwar der Unterhaltungswert ihrer Marktbeurteilung, andererseits erhielten ihre Aussagen einen seriöseren Anstrich. Will das die ISN überhaupt?

von Redaktion agrarzeitung
Donnerstag 14. Juni 2012

Denunzianten erwünscht?

#BL2# „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“, schrieb der Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Jahr 1843. Anders sieht das offenbar Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, im Jahr 2012. Die Bonner Schlapphüte machen es Denunzianten oder - vornehmer ausgedrückt, anonymen Hinweisgebern - besonders leicht. Ab sofort können sie ganz unkompliziert per Mausklick ihre Beschwerden über mutmaßliche Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht in einen elektronischen Briefkasten auf der Webseite der Behörde werfen.

von Redaktion agrarzeitung
Freitag 08. Juni 2012

Leuchtende Illusionisten

#BL2#Carsten König, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, sieht keinen Zusammenhang zwischen Solarförderung und gestiegenen Strompreisen. Hat jemand von dieser Seite etwas anderes erwartet? Tatsächlich ist die Photovoltaik beim jetzigen Stand der Technik ein großer ökonomischer und ökologischer Unfug. Allerdings ist sie im Gegensatz zu vielen anderen „Erneuerbaren Energien“ wenigsten teilweise berechenbar: Nachts liegt ihr Ertrag bei Null.

von Redaktion agrarzeitung
Mittwoch 06. Juni 2012

Agrar geht online

#BL2#Nach EHEC-Krise und Dioxinskandal 2011 rüsten Agrarwirtschaft und Politik kommunikativ auf. Mit Internetportalen wollen sie Transparenz schaffen, das Vertrauen der Bevölkerung in Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln stärken, oder das Image der Landwirtschaft aufpolieren. Mal darf der Verbraucher gegen Produkte stänkern, durch dessen Aufmachung er sich getäuscht fühlt. Mal wird vor Salmonellen in indischem Gewürzpulver gewarnt. Und wieder ein anderes Mal präsentiert die Industrie sich selbst auf anmenschelnde Weise. Lohnt der Aufwand, mit dem diese Portale und Webseiten betrieben werden?

von Redaktion agrarzeitung
Dienstag 29. Mai 2012

Seniorentheater

#BL2#Das Ereignis war äußerlich opulent und inhaltlich dürftig. Da diskutierten kürzlich beim Wirtschaftsbeirat Bayern Altenteiler aus der „Zukunftskommission Landwirtschaft“. Auf die angekündigten Ergebnisse und Perspektiven der Kommission wartete das Publikum indes vergeblich. Die Podiumsdiskussion machte vor allem eines deutlich: Betagte Herren, die ihren 60. Geburtstag bereits weit hinter sich gelassen und sich teilweise dem 70. nähern, sollten „Zukunftskommissionen“ nicht als Bühnen für ihr Darstellungsbedürfnis benutzen. Denn dafür ist die Zukunft der Landwirtschaft zu wichtig.

von Redaktion agrarzeitung
Dienstag 29. Mai 2012