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Daphne Huber-Wagner zur Risikovorsorge

 2013 wird als das Jahr mit schwersten Schäden in die Geschichte der Landwirtschaft eingehen. Hagel, Starkregen und Sturm haben bundesweit Felder mit Raps, Mais und Getreide innerhalb von Minuten verwüstet. Besonders schlimme Tage gab es in diesem Jahr Ende Juni und Anfang August. Nach hochsommerlichen Temperaturen zogen am 19. und 20. Juni Unwetterfronten über viele Regionen Deutschlands hinweg. Zusätzlich waren die Bestände durch die vorangegangenen Starkregen und Hochwasser schon sehr in Mitleidenschaft gezogen.


Noch schlimmer kam es Anfang August, als sich das Juli-Hoch mit Hagel und Sturm verabschiedete. Innerhalb von zehn Tagen wurden 10.000 Schäden aus der Landwirtschaft gemeldet, die eine Entschädigungsumme von stattlichen 50 Mio. € erforderten. Schließlich standen die Bestände kurz vor der Ernte. Die Schadenssumme schnellte bei der Vereinigten Hagel auf 94 Mio. € in die Höhe. Damit ist das Katastrophenjahr 2013 ein typisches Überschadensjahr, das durch Rückstellungen ausgeglichen werden kann. 


Landwirte sind gut beraten, ihre Ernte auch im kommenden Jahr gegen Hagel, Sturm und Starkregen zu versichern. Hochwasserschäden und Überflutungen - also Wasser, das von der Seite und von unten kommt - sind dagegen nicht versicherbar. Die Kosten und Konditionen sind für die Versicherungsnehmer tragbar. Es wird keine Versicherungssteuer erhoben, der Landwirt kann seine Bestände jedes Jahr neu finanziell bewerten.

 
Nachdem in den Koalitionsverhandlungen die zunächst in Aussicht gestellte Risikoausgleichszulage im Endspurt über Bord geworfen wurde und nicht mehr im Koalitionsvertrag auftaucht, bleibt Landwirten künftig wohl nur der gängige Versicherungsschutz. Wo Bauernregeln und Generationenwissen nicht mehr greifen, müssen sie selbst ausloten, welche Gefahren sie durch eigene Rücklagen oder Versicherungen absichern wollen. Der Staat wird und will hier nicht unter die Arme greifen. 


Eine steuerfreie Risikoausgleichszulage ist das Wunschdenken von Agrarpolitikern und dem Bauernverband, scheiterte aber erneut am Finanzministerium. Dieses will mit dieser Art von Steuervergünstigungen kein Tor öffnen. Denn die logische Folge wäre, dass sich irgendwann Handwerker, Selbstständige, Reisebüros oder andere konjunkturabhängige Branchen gegen witterungsbedingte oder ökonomische Flauten steuerfrei absichern wollen. Die Absage hat damit einen nachvollziebaren Grund und Alternativen gibt es auf dem Versicherungsmarkt genug.
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