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Daphne Huber-Wagner zum Handel im Donauraum

Eines der begehrtesten Hefte ist derzeit das Teilnehmerverzeichnis der Internationalen Donaubörse in Wien. Die Kontaktadressen von Händlern, Maklern, Verarbeitern und landwirtschaftlichen Betrieben aus dem mitteleuropäischen Raum sind heiß begehrt. Sie bieten die Chance, an Ware wie Dinkel, Futterweizen oder Mais zu kommen, die hierzulande knapp ist.

Dreh- und Angelpunkt für die Länder Ungarn, Slowakei, Tschechien und Rumänien ist eben jene Donaubörse in Wien. Der Termin für die jährlich stattfindende Veranstaltung Anfang September ist ideal gewählt. Ein Kompliment an die Veranstalter der Wiener Produktenbörse, die immer für ein stimmungsvolles Ambiente sorgen.

Die internationalen Besucher kommen wie in diesem Jahr, in dem Ware gesucht ist, in Strömen. Ein Beweis dafür, dass auch im Zeitalter von Internet und Computer das persönliche Gespräch inklusive Handschlag eines der wichtigsten Kriterien im Handel mit Agrarprodukten ist.

Der Alpenstaat ist ein wichtiges Bindeglied zwischen West- und Osteuropa. Österreich ist von je her eng mit den Donaustaaten verbunden. Somit lassen sich dortige Händler trotz einer katastrophalen Ernte, die in diesem Jahr in Österreich einfahren wurde, nicht entmutigen. Im Gegenteil, nun wird in alle Himmelsrichtungen geschaut, wo sich die Lücken bei Futterweizen, Dinkel, Braugerste und Mais schließen lassen. Österreichische Händler können sich schnell auf neue Handelsströme in Richtung Osten einstellen.

Von diesen grenzüberschreitenden Beziehungen können Marktteilnehmer auch im hohen Norden und Osten Deutschland lernen. Wer da mitziehen will, muss eine gewisse Portion Risikofreude mitbringen. Denn mit der Liefertreue landwirtschaftlicher Betriebe kann es vor Ort immer ein wenig hapern. Gerade jetzt, mit Beginn der Maisernte, sieht sich mancher Einkäufer in Not, weil seine vorkontrahierten Mengen aus Rumänien und der Slowakei nicht eintreffen.

In Ungarn macht Force Majeure die Runde, Landwirte schieben Dürre und Ernteausfälle vor, weil sie den Mais für die vor Monaten vereinbarten 150 bis 180 Euro/t nicht lieferen können oder wollen. Schließlich haben sich auch hier Maispreise von 250 bis 290 Euro/t herumgesprochen.

Lange Diskussionen und stures auf die Verträge pochen, macht wenig Sinn. Vielmehr ist schnelles Handeln gefragt. Wer kann, mietet sich einen LKW, fährt von Hof zu Hof, kauft den Mais auf und lagert diesen bei sich im Silo. Österreichische Lagerstandorte bieten hierfür reichlich Kapazitäten.

Auf jeden Fall zeigt sich, das auch in knappen Erntejahren die Ware nie ausgeht.
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