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Olaf Schultz zum neuen Agco-Manager

Es war wohl „die" Personalie aus der Wirtschaft in dieser Woche: Der US-Landmaschinenkonzern Agco präsentierte Dr. Rob Smith als neuen Senior Vice President und General Manager für die Region Europa, Afrika und Mittlerer Osten (EAME). Diese Region ist für den Landmaschinenhersteller überaus wichtig, da einträglich. Immerhin entfielen im 1. Halbjahr 2013 mehr als 50 Prozent des gesamten Konzernumsatzes auf EAME. 

„Wir freuen uns sehr, dass Rob Smith in den Agco-Vorstand eingetreten ist", dürfte Konzernchef Martin Richenhagen deshalb anlässlich der Bekanntgabe des Zuwachses in seiner Firmenzentrale in Duluth/US-Bundesstaat Georgia bewusst betont haben. Mit dem internationalen Werdegang und den umfangreichen Erfahrungen in der Fahrzeug- und Zuliefererindustrie stärke Rob sein Management-Team maßgeblich, ist sich Richenhagen sicher.

Und dies wurde auch Zeit. Der Posten im Konzern war seit September vergangenen Jahres unbesetzt. Sein Vorgänger, der Deutsche Hubertus Mühlhäuser, wurde Ende August vorigen Jahres von Richenhagen fristlos gekündigt. Zwischen ihm und Mühlhäuser soll es persönliche Auseinandersetzungen gegeben haben.

Der neue im Team - Smith - hat einiges an Empfehlungen zu bieten. So verfügt er über umfangreiche internationale Management-Erfahrungen und war zuletzt Vice President und General Manager des weltweit tätigen Geschäftsbereichs Motorkomponenten der TRW Automotive - einen der weltweit größten Automobilzulieferer.

Zudem stand er dem Aufsichtsrat der TRW Automotive GmbH in Deutschland vor. Im Zeitraum zwischen 1993 und 2001 arbeitete der ehemalige Offizier der US-Armee in verschiedenen Unternehmensbereichen in der weltweit tätigen Automobilzuliefererindustrie bei der Lucas Varity PLC, der Lucas Industries PLC und bei BMW, um nur einige Stationen des in Deutschland promovierten Diplomkaufmanns aufzuzählen.

So weit, so gut. Bliebe da nicht ein winziges Detail um seine Person, auf welches die Reaktion erpicht war: das Alter des neuen Agco-Managers. Was auch unternommen wurde, dieses in Erfahrung zu bringen, misslang.

O.K., der erste Versuch am Montag - höchstpersönlich in der US-Zentrale - endete erfolglos auf Grund des Feiertags Labor Day in den Vereinigten Staaten. Jedoch waren Anfragen am Folgetag genauso wenig erfolgreich. Am Mittwoch hatte die Mailbox schließlich doch eine Antwort parat: Man möge in der Personalie „auf dieses Detail doch verzichten".

Bleibt zum Wochenschluss die Frage: Hat Mr. Smith was zu verbergen? Wer weiß - vielleicht wären Nachfragen beim US-Geheimdienst NSA unter dem Strich doch ergiebiger gewesen.
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