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Dagmar Behme zur Aktion des BUND gegen Glyphosat

„Pestizide - hergestellt, um zu töten" lautet der Titel einer Filmsequenz, mit der seit dieser Woche der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) seine Kampagne gegen Glyphosat untermauert. Das Foto eines Babys lockt in den Film, der Assoziationen weckt, dass Glyphosat tödliche Folgen für Menschen haben kann. Und in der Tat argumentiert der BUND im kurzen Untertitel zum Film, dass Glyphosat im Verdacht stünde, Embryonen zu schädigen und Krebs auszulösen.

Der BUND beruft sich außerdem auf seine eigene Studie aus dem Sommer 2013, die bei 70 Prozent aller deutschen Großstädter das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Urin nachgewiesen haben wollte. Deswegen müsste der nächste Agrarminister in der Berliner Regierung „endlich damit beginnen, den Einsatz von Glyphosat zurückzudrängen", lautet die Forderung des BUND, denen sich Nutzer im Internet mit einem Klick anschließen können.

Als „groben statistischen Unfug" hatte das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI bereits im Juni 2013 die Urin-Studie des BUND bewertet. Es nannte dafür zwei Gründe: Zum einen sei es schlicht unmöglich, aus einer Stichprobe von zehn Personen auf die gesamte deutsche Großstadtbevölkerung zu schließen. Zum anderen sage allein die Existenz eines Schadstoffs noch nichts über dessen Gefahrenpotenzial aus. Das Institut stellte in diesem Zusammenhang fest, dass die Medienberichterstattung über vermeintliche Umweltgifte in aller Regel zur Verunsicherung und Panikmache beitrage.

Das gilt noch mehr für den aktuellen BUND-Film „Pestizide - hergestellt, um zu töten". Dieser ist schlichtweg geschmacklos. Abgesehen davon zeigt der weitergehende Text, dass der BUND keinesfalls ein vollständiges Aus für Glyphosat fordert - was ja zwingend geboten wäre, wenn der Wirkstoff tatsächlich so giftig wäre. Aktuell macht sich die Umweltorganisation lediglich dafür stark, dass der Einsatz vor der Ernte zur Abreifebeschleunigung sowie die Verwendung in Haus- und Kleingärten verboten wird. Darüber lässt sich diskutieren. Aber nicht mit Totschlag-Argumenten.
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