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Daphne Huber-Wagner zum Einkauf auf dem Land

Bei allem Respekt, was die ehemaligen Schlecker-Verkäuferinnen auf die Beine stellen, um nach ihrem Jobverlust in den Drogerie-Märkten wieder einen Job zu finden. Ihr Vorhaben, geschlossene Drogerie-Filialen im Rahmen einer Genossenschaft wiederzubeleben, findet viele Anhänger.


Mitleidig schauen viele Städter auf eine vermeintlich vernachlässigte, ländliche Bevölkerung, der es anscheinend an Lebensnotwendigem fehlt. Dem ist nicht so. Denn die Idee der Schlecker-Frauen, die Nahversorgung auf dem Land sicherzustellen, ist nicht neu. Darum haben sich schon andere gekümmert und zwar Betriebe, die aus der Region und Landwirtschaft kommen. 


Anschauliche Beispiele von gut geführten Hofläden gibt es in nahezu jeder Ortschaft in Thüringen und Sachsen. Landwirtschaftliche Betriebe und Agrargenossenschaften führen die Tradition fort und verkaufen ihre selbst verarbeiteten Fleisch- und Wurstwaren, Kartoffeln oder Brot und anderes frisch vom Erzeuger mit großem Erfolg. 

Auch die Grünen Märkte erfreuen sich großer Beliebtheit in den ländlichen Regionen. Längst haben die Fachmärkte für Haus und Garten, dessen Ursprünge im Agrarhandel liegen, die Schmuddelecke im Getreidelager verlassen und sich in Grüne Oasen verwandelt.
Das Einkaufserlebnis wird zu jeder Jahreszeit mit dem passenden Sortiment groß geschrieben. Franchise-Systeme wie Kiebitz, Landfuxx oder LandMarkt unterstützen die Ladeninhaber dabei, dass sie sich mit einem auf die Region abgestimmten Angebot von Kartoffelschäler bis Reitsportartikel von den den anonymen Baumärkten in den schmucklosen Gewerbegebieten abheben. Steigende Umsätze in der Sparte Haus und Garten sprechen für sich.  

Noch ist nicht sicher, wie weit die ehemaligen Drogerie-Mitarbeiterinnen ihre Pläne auf dem Land realisieren können. Doch sollten sie vorher das Gespräch mit den Profis vor Ort suchen. Kommt es zu einem gegenseitigen Ausbooten verlieren alle Beteiligten. (da)
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