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Daphne Huber-Wagner zu den DLG-Feldtagen

Immer wieder ist das Wetter an allem schuld. Ist es zu kalt, erfrieren die Pflanzen, ist es zu trocken, sinkt der Ertrag. Gegen diese Wetterunbilden ist kein Kraut gewachsen. Landwirtschaft findet nun einmal unter freiem Himmel statt. Doch die Regenfront, die am Mittwoch und Donnerstag das Ausstellungsgelände der DLG-Feldtage in Bernburg in einen Hindernisparcours durch Matschpfützen verwandelte, kam nicht aus heiterem Himmel. Verlässliche Regenprognosen kann sich heutzutage jeder für fünf Tage im Voraus auf seinem Smartphone installieren. Das Vorbereitungsteam hätte genug Zeit gehabt, frühzeitig mit einfachen Behelfsmitteln die Wege zu präparieren, wie es bei anderen Großveranstaltungen zum Worst-Case-Szenario gehört. Viele Besucher und Aussteller verließen völlig durchnässt und mit schlammigem Schuhwerk das Gelände des Internationalen Pflanzenbauzentrums der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in Sachsen-Anhalt. Rechtzeitig  bereitgestellte und auf den Boden ausgelegte Gummimatten, Stroh und Hackschnitzel, hätten den Gang übers Gelände wesentlich erleichtert.

Von Spontaneität war insgesamt wenig zu spüren. So kam es bei der An- als auch Abfahrt  zum Gelände zu  kilometerlangen Staus und steckengebliebenen Pkws. Polizisten und Parkwächter konnten das Chaos nicht mehr aufhalten. Damit nicht genug: Wer nicht über das aktuellste Navigationssystem in seinem Fahrzeug verfügte, verlor sich hoffnungslos im Off-Road-Gebiet. Einheimische nach dem Weg zu fragen, löste bei diesen nur Kopfschütteln aus.  Die Veranstaltung war in der Region viel zu wenig bekannt und wurde im Vorfeld kaum beworben. Hinweisschilder waren nur mit Mühe zu identifizieren. Viele wussten gar nicht, welch internationales Spektakel sich da in nächster Nachbarschaft abspielte.  

Wie war's sonst so auf den Feldtagen? Die Ausstellungsflächen waren zu groß. Sie mögen die landwirtschaftlichen Größenverhältnisse in der ostdeutschen Landwirtschaft widerspiegeln. Doch für einen Besucher, der einen Tag einplante, waren es einfach zu weite Wege. Manch ein Aussteller stand sich mangels Besucher die Füße in den Bauch. Nicht einmal die Landtechnikanbieter konnten zeigen, was in ihnen steckt. Die riesigen Maschinen blieben am Mittwoch am Feldrand geparkt, nichts ging mehr, die nassen Felder unbefahrbar.

Aufhorchen ließen die vielen ausländische Stimmen, die dem Pflanzenbauereignis des Jahres ein internationales Flair verliehen. Doch kamen sich deutsche Landwirte und ihre Kollegen aus Polen, Tschechien, den Niederlanden und anderen Ländern nicht so richtig nahe. Auf dem weitläufigen Gelände war von der familiären Atmosphäre, die sonst beim Treffen von Handel, Industrie, Wissenschaft und Landwirten herrschte, wenig zu spüren. Es fehlte der persönliche Einsatz eines Gastgebers aus der Landwirtschaft, der - wie in den Jahren zuvor - seinen Betrieb für drei Tage zur Drehscheibe des Ackerbaus verwandelte.

In zwei Jahren sollen die Feldtage wieder in Bernburg stattfinden, so sieht es das neue Konzept der DLG vor. Doch müssen bis dahin viele Startschwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Nicht noch einmal werden Besucher so viel Gelassenheit ob der widrigen Umstände in Kauf nehmen wie in diesem Jahr.
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