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Olaf Schultz zum Umbau der Hildebrandmühlen

Im Frühjahr 2013 wird der Frankfurter Osthafen um eine Attraktion reicher sein. Jedenfalls dürfte diese Einschätzung mit Sicherheit aus dem Blickwinkel von Müllereiexperten getroffen werden. Die Hildebrandmühlen, ein Tochterunternehmen von Deutschlands größter Müllereigruppe mit Sitz in Hamburg, starten nach einer Finanzspritze von knapp 10 Mio. € neu durch und suchen eine Hightech-Strategie im Überlebenskampf der Branche.

Noch Ende des vergangenen Jahres wurde von der Konzernzentrale der VK Mühlen AG aus dem hohen Norden das Damoklesschwert in Richtung Mainmetropole erhoben. Im Zuge rigider Sparmaßnahmen stand die Schließung des traditionsreichen Industriebetriebs im Osten Frankfurts - die Mühle gibt es seit 1914 - zur Debatte, war dann jedoch recht bald wieder vom Tisch.

Seit Kurzem wird „Plan-B" für die VK-Mühlen-Tochter massiv vorangetrieben. Die Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen laufen dabei parallel zur aktuellen Erntekampagne - eine logistische Herausforderung für alle Beteiligten. Etwa Anfang Februar kommenden Jahres soll sich der größte Brotgetreideverarbeiter Hessens dann in neuer Verfassung präsentieren und die Wettbewerber mit etlichen betriebswirtschaftlichen Vorzeige-Parametern „rechts überholen".

Zu wünschen bleibt dem Team um Firmenchef Jan Gausepohl insbesondere ein langer Atem für die Erwirtschaftung auskömmlicher Mehlpreise. Angesichts geschätzter Überkapazitäten am deutschen Mehlmarkt von bis zu 25 Prozent dürfte dies mit Sicherheit ein schwieriges Unterfangen sein. Auf alle Fälle werden die technologischen Grundlagen dafür in Frankfurt jetzt auf den Weg gebracht.

Nur mal nebenbei bemerkt: Frankfurter Insider wollen wissen, dass eine zunächst von den Hamburger VK-Managern ins Auge gefasste Umwidmung des teuren Standorts, etwa in gewinnträchtige Luxus-Wohnungen, von jeher per „Grunddienstbarkeit" ausgeschlossen worden ist. In diesem schriftlich verankerten Nutzungsrecht soll die Stadt Frankfurt Folgendes festgeschrieben haben: Auf besagtem Gelände darf nur eine Mühle stehen.
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