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Dagmar Behme zum Standort der DLG-Feldtage

Die Pflanzenbau-Show in Bernburg endet mit zufriedenen Gesichtern. Aussteller wie Besucher sind bei den DLG-Feldtagen 2014 auf ihre Kosten gekommen. Großes Lob erhält mittlerweile der Standort, der noch vor zwei Jahren buchstäblich im Schlamm versank. Das Gelände präsentierte sich in diesem Jahr perfekt organisiert mit reibungsloser Infrastruktur, die freilich auch durch keinerlei Wetterkapriolen auf ihre Belastbarkeit getestet wurde. Im Gegenteil - günstiger hätte das Wetter für ein solches Ereignis kaum sein können.

Eigentlich stünde einer Wiederholung der DLG-Feldtage an diesem Standort im Zentrum der Magdeburger Börde nichts im Wege. Dennoch gilt ein Wechsel Richtung Unterfranken für 2016 als sehr wahrscheinlich. Bis Mitte Juli wollen die Verantwortlichen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) noch das Für und Wider abwägen und dann mit guten Argumenten die Entscheidung offiziell verkünden. Die Begründung fällt schwer.

Die DLG-Feldtage waren ursprünglich 1988 in Nordrhein-Westfalen als Wanderausstellung gestartet. Nach Erfahrungen auf zwölf Standorten in neun verschiedenen Bundesländern wünschte sich die Mehrzahl der Aussteller im Sommer 2010 einen festen Platz. Die Wahl fiel auf Bernburg, das mit seiner Lage in der Mitte Sachsen-Anhalts Betriebsleiter zahlreicher Großbetriebe aus den führenden deutschen Ackerbauregionen und den europäischen Nachbarländern anziehen sollte. Auch diese Rechnung ist aufgegangen. Die DLG meldet für die Feldtage 2014 einen Rekordbesuch mit beachtlichem Auslandsanteil. Die Befragungen zur Herkunft zeigen außerdem seit 2012, dass Bernburg im Vergleich zu den bisherigen Standorten den größten Anteil an Besuchern mit einer Anreise von mehr als 300 km aufweist.

Dennoch repräsentieren die Besucher, die weite Anreisen auf sich nehmen, nur einen Teil der Zielgruppe, für die diese Ausstellung konzipiert ist. Viele Landwirte aus Süd- und Westdeutschland machen sich gar nicht auf den Weg nach Bernburg. Deswegen wünschen sich Aussteller und Besucher jetzt doch eine Alternative, wenngleich sie nicht unbedingt zum alten Wanderkonzept durch fast alle Bundesländer zurückwollen. Auf der anderen Seite spricht viel für eine Wiederholung in Bernburg, das weit mehr als ein gut erschlossenes Gelände für Feldtage bietet. Von Jahr zu Jahr aussagekräftiger werden die dauerhaft angelegten Feldversuche, die das Internationale DLG-Pflanzenbauzentrum am Standort bietet.

Als Kompromiss besitzt der Wechsel zwischen Bernburg und einem Ort in Süddeutschland Charme. In der DLG wollen die Verantwortlichen allerdings aktuell gar nicht über langfristige Konzepte sprechen, sondern vordringlich den Austragungsort 2016 festklopfen. Die bisherige Standortdiskussion zeigt, wie schnell sich Meinungen ändern können. Ausschließlich harte Fakten lassen sich für die Entscheidung ohnehin kaum finden. Eine Kosten-Nutzen-Analyse ist bei solchen Veranstaltungen schwierig, denn auf der Habenseite stehen überwiegend weiche Faktoren. Für die Landwirte zählen das Informationsangebot und der Erfahrungsaustausch, für die Aussteller die Kundenpflege und der Imagegewinn. Dazu trägt die Atmosphäre am Veranstaltungsort entscheidend bei. Hier könnte eine regelmäßige Luftveränderung Vorteile bringen. Ein Wechsel der Standorte verhindert Routine und sorgt für Gesprächsstoff.
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