Steffen Bach über Landfrauen in den Medien

Bitte mehr davon!

Mit den Trecker Babes startete Kabel Eins am Sonntag eine neue Serie, in der die Arbeit von Frauen in typischen Männerberufen vorgestellt wird. Nach „Bauer sucht Frau“ ist der Zuschauer bei Sendungen, die ihre Protagonisten in der Landwirtschaft rekrutieren, auf das Schlimmste gefasst.

Doch mit der neuen Dokumentation ist dem Sender eine positive Überraschung gelungen. Sieht man von einigen nervigen Details ab – die jungen Frauen werden durchweg als „Trecker Babes“ bezeichnet – ist die Darstellung des Arbeitsalltags interessant und vor allem sachlich. Über Margot, die einzige Österreicherin im Team, erfährt man nicht nur dass sie Miss Burgenland ist, sondern auch Diplom-Agrarwirtin. Vor drei Jahren hat die 24-jährige den elterlichen Biomilchviehbetrieb übernommen. Das Kamerateam begleitete sie beim Pflügen eines vier Hektar großen Schlages.

Der Zuschauer erfährt, dass es bei der Maisernte auf Teamwork ankommt und Wein heute nicht nur per Hand gelesen, sondern auch mit einem großen Vollernter von der Rebe gerüttelt wird. Deutlich wird auch, dass jederzeit mit Überraschungen gerechnet werden muss, weil die Technik versagt, das Wetter nicht mitspielt oder plötzlich der Tierarzt auf den Hof kommt. Knapp eine Million Menschen sahen die erste Folge der Serie am vergangenen Sonntag.

Viel Wissenswertes über die Landwirtschaft

Man kann nur hoffen, dass es nicht nur Landwirte waren, die sich für die Arbeit ihrer Kolleginnen interessierten. Denn gerade für Laien gab es ganz nebenbei manche interessante Information, wie etwa die, dass ein Weinvollernter so viel schafft wie 50 Arbeiter, die den Wein per Hand lesen.

Die nächste Folge der Trecker Babes läuft am Sonntag, 10. März, auf Kabel 1.
Screenshot Kabel Eins
Die nächste Folge der Trecker Babes läuft am Sonntag, 10. März, auf Kabel 1.


In den sozialen Netzwerken wurde die Reportage überwiegend positiv kommentiert. Kleinliche Kritik an zu großen Tattoos und zu langen Fingernägeln können die jungen Frauen sicher souverän weglächeln. Das Gemecker einiger Landwirte, dass eine heile Welt dargestellt wurde und die Mühsal der Bauern mit Bürokratie und zu vielen Gesetze und Verordnungen unerwähnt blieben, ist dagegen ärgerlich.

Zum Glück beschränkt sich die Sendung auf die schönen Seiten der Landwirtschaft, denn gejammert und geklagt wird andernorts genug. Die Trecker Babes mit ihren PS-starken Maschinen erreichen für die moderne Landwirtschaft vielleicht mehr als die vielen teuren Imagekampagnen. Authentisch und sympathisch zeigen sie, dass ihr Beruf nicht nur wichtig ist, sondern die Arbeit mit moderner Technik auch Spaß macht, dass Landwirtschaft mehr als nur irgendein Job ist. Kabel 1, zeigt bitte mehr davon!

1 Kommentar

  1. Andreas H.
    Erstellt 8. März 2019 07:54 | Permanent-Link

    100% Zustimmung, ein positiver Bericht. Es ist immer gut, normalen Bauern bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Denn das "Normale" ist den Bürgern nicht mehr bekannt. Zu hören sind nur noch radikale Ökobauern, selbstverliebte Blogger oder schreckliche Agrarfunktionäre die nicht selten wegen ihrer Gier mit Staatsanwaltschaften zu tun haben. Es wird aber wohl nur eine Ringeltaube bleiben, diese unkritische Berichterstattung. Der landwirtschaftliche Familienbetrieb wird abgeschafft. Daran arbeiten Verbandsfunktionäre und Umweltaktivisten - jeder auf seine Art.

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