Axel Mönch zu Davos

Botschaften vom alten weißen Mann

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Die Schweiz beherrscht das Marketing. Auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos stimmt das Ambiente aus verschneiten Bergen und Hüttenbehaglichkeit.

Klaus Schwab leitet den Debattierclub der Mächtigen seit 53 Jahren und entwickelt sich selbst zur Marke. Zwar wird der 85-jährige Schweizer mit seiner hölzernen Art von manchen bereits als Prototyp eines „alten weißen Manns“ abgeschrieben. Doch Schwab hat noch erstaunlich viel zu sagen. Er zerrt Politiker aus autokratischen Systemen an die Öffentlichkeit und konfrontiert sie unter den Augen der Teilnehmer mit unbequemen Themen. Schwab beweist der Welt mit seinen offenen und häufig von Frauen aus Afrika geprägten Debatten, dass Demokratien nicht nur in der Defensive sind, sondern sehr wohl zur Lösung der Probleme beitragen.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine beherrschte in diesem Jahr das Weltwirtschaftsforum. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte der Ukraine zeitlich unbefristete Hilfen zu. Der chinesische Vizepremier Lin He mahnte Frieden an. Vertreter aus Moskau nahmen nicht teil.

Mit Brückenschlägen in Zeiten des Krieges war das Forum sichtlich überfordert. Und doch wäre es in Davos angebracht gewesen, nach allen Solidaritätsbekundungen für die Ukraine auch mal über den Horizont hinauszuschauen. Dazu gehört eine neue Sicherheitsordnung nach Friedensschluss, die einen Beitritt der Ukraine in die Nato und in die EU umfasst. Zudem muss ein Friedensschluss auch mit Russland den politischen Ausgleich suchen, denn nur eine versöhnliche Lösung sorgt langfristig für Stabilität in Europa.

In der agrarpolitischen Debatte drehte sich das Rad auf dem Forum etwas weiter. Die meisten Teilnehmer halten eine schonende Erzeugung für möglich, ohne die Versorgung zu gefährden. Der Lebensmittelkonzern Unilever verpflichtete sich zum Umwelt- und Klimaschutz und geht damit manchen Blockierern in der Agrarbranche als Leitbild voran.

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