Axel Mönch zum Energiemarkt

Sonnen- und Windkraft stehen blendend da

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Die politische Steuerung des Energiemarktes ist nur was für hartgesottene Seeleute ohne Furcht vor Sturmwindstärken. Der richtige Kurs zwischen staatlicher Lenkung und den Selbststeuerungskräften des Marktes ist schließlich kaum zu finden.

 Gewinne und Verluste wirbelt der Sturm auf den hochgepeitschten Energiemärkten durcheinander. Mit der Umverteilung von Steuermitteln von der einen Hand in die andere will die Politik die Wogen etwas glätten. Doch das gelingt ihr gegen die horrenden Marktkräfte kaum. Mit seiner undurchsichtigen und zumindest in Teilen unfairen Gasumlage hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck das Schiff erst mal auf Grund gesetzt.

Allein die erneuerbare Energie aus Wind, Sonne und Biomasse glänzt im elendigen Sturm auf dem Energiemarkt. Die Erneuerbaren erfüllen locker ihr Plansoll aus der EU-Verordnung „RED“ mit einem Anteil von bereits deutlich über 20 Prozent und sollen nun nach der Forderung des Europaparlaments auf 45 Prozent bis 2030 ansteigen. Der Rückenwind weht für die Erneuerbaren Energien so heftig, dass Anschubfinanzierungen gar nicht mehr nötig sind. Im Gegenteil, Strom aus Wind, Sonne und Biomasse soll bei 180 €/MWh gedeckelt werden, um teure Gaskraftwerke zu unterstützen, beziehungsweise die von ihnen gebeutelten Verbraucher. Diese Erfolgsgeschichte bei der Stromerzeugung soll nun auch im Verkehrssektor fortgesetzt werden. Das Europaparlament hat dazu in seiner Abstimmung über die dritte Novelle der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III), ein gutes Konzept entwickelt, wie der Straßen-, Flug- und Schiffsverkehr endlich aus der Abhängigkeit von Mineralöl befreit werden könnte.


Vor allem zwei Verbesserungen zeichnen die Strategie aus: Zum einen hält das Parlament an Bioethanol und Biodiesel fest. Der Deckel von 7 Prozent für Pflanzenkraftstoffe zur Anrechnung auf die Erneuerbaren Energien wird inzwischen nicht mehr infrage gestellt. Zum anderen soll der Wasserstoff bis 2030 einen Anteil von 5,7 Prozent am Energieverbrauch im Verkehrssektor bekommen. Das EU-Parlament will dafür sorgen, dass mit der Wasserstoffproduktion endlich in größerem Stil begonnen werden kann, selbst wenn er bei der Herstellung mit anderen Nutzungen um den grünen Strom konkurriert.

Die neue Wasserstofftechnologie muss nämlich auf den Weg gebracht werden, auch wenn es in der Anfangsphase Zielkonflikte innerhalb des Sektors für Erneuerbare Energien geben sollte. Ihre Belastbarkeit haben Wind, Sonne und Biomasse schließlich jetzt bewiesen.

  1. M. Looks
    Erstellt 27. September 2022 08:16 | Permanent-Link

    Ach ja?? Sonnen- und Windkraft "stehen blendend da"??
    Als Bürger, der noch nicht den gesunden Menschenverstand verloren hat, frage ich mich warum plötzlich die Stromkosten so hoch sind - wo wir es doch mit einem Gas-Problem zu tun haben??
    Der "tolle" Sonnen- und Windstrom ist wohl doch nicht der Stein der Weisen?
    Diese "Erneuerbaren Energien" sind doch ein Gebilde aus ideologischer Illusion und letztlich ein Fantasie-Konstrukt!
    Der Ausbau von Windmühlen und Solarpanelen in unserem Land erforderte den gleichzeitigen Bau von Zig oder gar Hunderten Gaskraftwerken mit inzwischen 32.000 MW installierter Leistung, die den teuersten Strom produzieren. Diese sind notwendig, um sie zuzuschalten, wenn der Wind nur schwach weht oder wenn es dunkel ist - was ja bekanntlich ab und zu passiert...!
    Wenn also der Strom teuer wird, wenn das Gas teuer ist, dann liegt das also daran, dass der Wind nicht immer stark genug weht und dass die Sonne nicht 24 Stunden am Tag scheint!
    Und DAS sind genau die Schwächen der songenannten "Erneuerbaren" - Windmühlen haben eine Volllast-Auslastung von max. 25 % und die Solarpanele von 15%.
    Für die Lückenfüllungen sorgen dann die Gaskraftwerke, die dadurch - oh Wunder!! - auch keine ordentliche Auslastung haben!
    Mangelnde Auslastung ist ein Investitions-Ausschlusskriterium - das ist Betriebswirtschaftslehre Grundstudium!
    Das ganze System funktioniert nur mit horrenden Subventionen, die wir Bürger zahlen - im letzten Jahr 2021 waren es bereits inkl. Mehrwertsteuer über 40 Milliarden EURO!!!
    DIESE FAKTEN sollten SIE doch bitte mal den Landwirten und der Agrarwirtschaft offenlegen und nicht immer nur ins Horn grüner Ideologie tröten!

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