Dr. Jürgen Struck zu Bernhard Krüskens Auftritt im Morgenmagazin

Bitte mehr Zuversicht


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Die Afrikanische Schweinepest steht vor der Tür, seit kurzer Zeit auch in Polen nahe der deutschen Grenze. Dies bietet Anlass für die Medien, sich näher mit dieser Herausforderung – und die ASP ist wirklich eine – zu befassen.

Das ist auch so in Ordnung. Ebenfalls in Ordnung ist, dass Medienvertreter sich zunächst an die unmittelbar Betroffenen wenden und möglichst ausgewiesene Fachleute oder Branchenvertreter zur aktuellen Situation und Einschätzung der Lage befragen. So wurde am Donnerstag dieser Woche auch der Generalsekretär (GS) des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, vom ZDF-Morgenmagazin um eine Stellungnahme gebeten. Ort : Flughafen Tegel in Berlin, Zeit: früh am Morgen um 07:09. In gut vier Minuten beantwortete Krüsken die – fairen - Fragen des „Moma“-Journalisten.

„Ja, tatsächlich das Risiko ist groß, wir machen uns große Sorgen und wir sehen eigentlich schon seit zwei Jahren, dass die Einschläge immer näher kommen - und jetzt scheint der Tag Null nur noch eine Frage von wenigen Wochen zu sein“, lautete die Antwort des "DBV-GS" auf die erste Frage. Darin steckt eine gewisse Absolutheit sowie mindestens eine Spur von Fatalismus.

Prompt griffen offenbar viele Schweinehalter zum Telefon und machten ihrem Unmut über diese Aussagen innerhalb ihrer Branchenorganisationen Luft. So düster dürfe man die Situation nicht darstellen, lautete der Tenor. Wie ja auch Krüsken ausgeführt hat, lebe man ja schließlich bereits seit rund zwei Jahren mit der ASP in unmittelbarer Nachbarschaft. Warum könne dieser Zustand nicht auch zukünftig erhalten werden? Und selbst wenn es zu ASP-Fällen bei Wildschweinen in Deutschland kommen sollte, so werden die Folgen beherrschbar bleiben.

Nicht umsonst haben die Schweinehalter viel in die Biosicherheit investiert um die Hausschweine zu schützen. Spezielle Arbeitsgruppen haben Krisenpläne entwickelt, die Behörden sind gut vorbereitet und auch mit Partnerländern für den Export befindet sich Deutschland im ständigen Austausch. Und mit Blick auf die Welt lässt sich leicht feststellen, dass die ASP in verschiedenen Regionen und insbesondere in China und Südostasien ein riesiges Problem speziell im Hausschweinebestand darstellt. Und besonders dort wird viel Schweinefleisch benötigt. Auch Deutschland wird die Folgen im möglichen Fall der ASP bewältigen. Diese Zuversicht sollte auch vom DBV stärker betont werden. Alles andere schafft unnötige Verunsicherung.

Wie immer fachlich einwandfrei stand Krüsken im Morgenmagazin Rede und Antwort. Doch wirkte er zurückhaltend, vielleicht war er auch nur noch etwas müde. In diesem Sinne, mehr Mut und Zuversicht Herr Krüsken!

1 Kommentar

  1. Thomas Meisgeier
    Erstellt 22. November 2019 10:38 | Permanent-Link

    Wir haben den Beitrag auch gesehen.Trefflicher hätten wir auch keine Bewertung abgeben können.
    Thomas Meisgeier

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