Energiekrise

Mühlen bangen um ihre Existenz

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Beim Thema Energiepreise benötigt die Branche rasch Klarheit, denn die Mühlen sind ein maßgeblicher Faktor für die Versorgungssicherheit mit Grundnahrungsmitteln.

Die Mühlenbetriebe hierzulande, häufig mittelständisch geprägt, zeichnen sich durch unbeirrbares Unternehmertum und Durchhaltevermögen aus. Die aktuellen Krisen erschüttern ihre Geschäftstätigkeit jedoch signifikant. Den schwierigen Reigen eröffnete 2021 die Corona-Pandemie mit ihren staatlich verordneten Lockdowns. Nun macht die durch den Ukraine-Krieg hervorgerufene Energiemisere mit den exorbitanten Strompreisen den energieintensiven Betrieben schwer zu schaffen.

Die Mühlen verarbeiten jedes Jahr mehr als 9 Mio. t heimisches Getreide zu Lebensmitteln und sind damit ein maßgeblicher Faktor für die Versorgungssicherheit mit Grundnahrungsmitteln. Jetzt haben zahlreiche Branchenteilnehmer regelrechte Existenzängste. Die extrem angestiegenen Strompreise stellen eine hohe Belastung für jede einzelne Firma dar. Hinzu kommen Preisexplosionen und hohe Volatilitäten bei Rohstoffen sowie Lieferengpässe, etwa bei Papiersäcken und Ersatzteilen.

Auch die exorbitanten Düngerpreise sehen nicht nur die Landwirte, sondern auch die Mühlen äußerst kritisch. Schließlich hängen die Getreidequalitäten der kommenden Ernte maßgeblich von den Forderungen für Düngemittel ab. Viele Kunden der Mühlen sind klassische regionale Handwerksbäckereien. Sie sind gezwungen, Preissteigerungen weiterzugeben, was zu Kaufzurückhaltung und verändertem Kaufverhalten führt. Setzt sich dieser Trend fort, sinken der Umsatz der Bäcker und ihr Bedarf an Mehl. Wenn aber immer mehr Kunden vom klassischen Handwerksbetrieb abwandern, hat das Konsequenzen für die gesamte Wertschöpfungskette. Diese Herausforderungen zeigen, wie sehr die bislang gut funktionierenden Ketten gefährdet sind.

Die Unternehmen der Ernährungswirtschaft brauchen jetzt schnellstens Planungssicherheit und verlässliche wie auch bezahlbare Rahmenbedingungen für Strom und Gas. Es steht für die etablierten, tragfähigen Strukturen im Agribusiness zu viel auf dem Spiel.

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