Fridays-for-future

Klimastreik fürs Firmen-Image

Am 20. September werden wieder weltweit unzählige Schüler für einen konsequenteren Kampf gegen den Klimawandel protestieren, statt die Schulbank zu drücken. Der globale Klimastreik erfasst inzwischen auch die älteren Jahrgänge. Viele Erwachsene unterstützten schon in der Vergangenheit das Anliegen der jungen Leute. Doch so ganz ohne Konsequenzen wird es für Arbeitnehmer wohl nicht bleiben, wenn sie für einen Tag in den Klimastreik treten. In Australien, das vom Klimawandel besonders stark betroffen ist, aber auch zu den größten Klimasündern auf dem Globus gehört, haben nun die Chefs einiger Unternehmen angekündigt, ihren Mitarbeitern frei zu geben, damit sie sich an den Protesten beteiligen können.    

Man darf gespannt sein, ob auch deutsche Firmen auf den Zug aufspringen und den Freitag zum freien Tag für das Klima machen. Eine positive öffentliche Resonanz wäre ihnen sicher.  Und genau darin liegt auch ein Problem. In den Chefetagen wird betont, wie wichtig, das Thema Klimaschutz genommen wird. Viele Betriebe haben sich verpflichtet „klimaneutral“ zu werden. Was das Konkret bedeutet, bleibt häufig unklar. Auch in der Politik ist das Schlagwort angekommen. Und wenn es um die große Geste geht, ist Bayern immer ganz weit vorn dabei. Ministerpräsident Markus Söder möchte den Freistaat  bis 2040 klimaneutral machen, aber natürlich ohne Stromtrassen und Windräder, die der bayerischen Landschaft ihren Zauber nehmen könnten.

Die Sorgen der jungen Generation vor dem Klimawandel sind berechtigt. Wer heute zur Schule geht, wird die negativen Folgen steigender Temperaturen und Meeresspiegel selbst zu spüren bekommen.  Die Fridays-for-Future-Aktivisten haben das Gefühl, dass ihnen die Elite aus Politik und Wirtschaft wenig zu bieten hat außer warmen Worten und blumigen Konzepten. Denn wenn es um konkrete Veränderungen geht, verzettelt man sich gerne im alltäglichen Klein-Klein.

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