Eine Verknappung des Erdgases würde sich doppelt auf die Chemieproduktion auswirken.
Foto: Imago / U. J. Alexander
Eine Verknappung des Erdgases würde sich doppelt auf die Chemieproduktion auswirken.
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Eine Reduzierung der Gasversorgung in Deutschland würde die Knappheit an Düngemitteln weltweit weiter verschärfen, die Nahrungsmittelproduktion reduzieren und die Preise für Grundnahrungsmittel weiter steigen lassen.

Eine kontinuierliche Belieferung mit Erdgas ist für die Chemieproduktion unverzichtbar. In Europa verwendet BASF etwa 60 Prozent des zugekauften Erdgases für die Erzeugung von Energie, die in der Produktion benötigt wird. Etwa 40 Prozent des Erdgases werden als Rohstoff genutzt, um wichtige Grundchemikalien und in den darauf aufbauenden Wertschöpfungsketten eine Vielzahl von Produkten für nahezu alle Industriebranchen herzustellen.

Eine Verknappung des Erdgases würde sich somit doppelt auf die Chemieproduktion auswirken. Zum einen würde nicht mehr genügend Energie für die Produktionsprozesse zur Verfügung stehen, zum anderen würde Erdgas als wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Produkten fehlen. Erdgas lässt sich in der Chemieproduktion weder als Rohstoff noch als Energieträger kurzfristig ersetzen.

Falls die Menge des an BASF gelieferten Erdgases deutlich eingeschränkt würde, müssten wir daher die Produktion von wichtigen Basischemikalien und Folgeprodukten drosseln, sodass alle nachgelagerten Kundenbranchen betroffen wären und in der weiterverarbeitenden Industrie die Produktion vieler wichtiger Stoffe des täglichen Bedarfs eingeschränkt werden müsste.

Beispiel Ammoniak: Die stoffliche Nutzung von Gas in der Chemieindustrie betrifft in erheblichem Maße die Ammoniakproduktion. Ammoniak wird unter anderem zur Herstellung von Düngemitteln eingesetzt. Sollte die Produktion von Ammoniak gedrosselt werden, stehen der Landwirtschaft weniger Düngemittel zur Verfügung, was zu sinkenden Erträgen bei der Lebensmittelproduktion führen würde. Dies würde den bereits äußerst angespannten Markt zusätzlich belasten.

Russland ist ein bedeutender Exporteur gasbasierter Produkte wie Ammoniak und Düngemittel und schränkt seine Düngemittelexporte bereits ein. Eine Reduzierung der Gasversorgung in Deutschland würde die Knappheit an Düngemitteln weltweit weiter verschärfen, die Nahrungsmittelproduktion reduzieren und die Preise für Grundnahrungsmittel weiter steigen lassen.

Autorin: Daniela Rechenberger, Unternehmenssprecherin BASF
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