Henrike Schirmacher zur Backweizenqualität

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az
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Beim Anbau von Weizen gibt es noch Potenzial, effizienter zu werden. Das Bundesagrarministerium schraubt an Qualitätskriterien.

 In Zeiten hoher Preise für Getreide und Düngemittel in Folge des Krieges in der Ukraine ist das besonders relevant. Laut Experten könnte Weizen weniger gedüngt werden, ohne Backqualität einzubüßen. Aber der internationale Handel fordert einen hohen Proteingehalt bei Weizen, der in vielen Produktionsgebieten nur über viel Düngung erreicht werden kann. Doch der Proteingehalt korreliert eben nur mäßig mit der Backeignung von Weizenpartien. Das predigt Professor Friedrich Longin von der baden-württembergischen Landessaatzuchtanstalt in Hohenheim schon seit Jahren.

Sorten mit niedrigerem Rohproteingehalt und trotzdem guten Backeigenschaften können hier Entlastung bringen, weil sie weniger Stickstoffdünger benötigen. Dieses Ziel verfolgt nun das Bundeslandwirtschaftsministerium. Dazu hat am Dienstag dieser Woche ein Branchengespräch im Ministerium stattgefunden. Staatssekretärin Silvia Bender tauschte sich mit Vertreter:innen des Getreidehandels, der Mühlen, des Bäckerhandwerks, der Logistikbranche, der Pflanzenzüchtung sowie der Landwirtschaft aus. „Wir haben mit der Branche verabredet, dass wir gemeinsam ein gutes und ausdifferenziertes Konzept zur Bewertung der Backweizenqualität erarbeiten, das allen nützt“, verkündete Bender im Anschluss an das Treffen.


Damit setzt das Ministerium die richtigen Weichen. Forscher Longin und andere Experten fordern, den Weizen nicht in die gängigen zwei Kategorien viel und wenig Protein zu sortieren, sondern in drei Kategorien, je nach Backqualität der einzelnen Weizensorten. Das würde den Agrarsektor und die gesamte Verwertungskette nicht nur in Krisenzeiten entlasten und gleichzeitig zum Schutz der Umwelt beitragen.

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