Horst Hermannsen zur politischen Einigung beim EEG

Volatiler Flatterstrom


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Die Große Koalition hat im Streit um den Mindestabstand für Windräder an Land eine Einigung erzielt. Demnach sollen die Bundesländer Spielraum erhalten, um den Abstand der Anlagen zur nächstgelegenen Bebauung selbst zu regeln.

Der bürgerfreundliche Sonderweg der 10 H-Regelung in Bayern bleibt zunächst noch erhalten.  Auch soll nach dem Regierungsbeschluss der 52-Gigawatt-Förderdeckel für Solaranlagen irgendwann aufgehoben werden. Für Umweltzerstörung und weiterer Landschaftsverschandlung sind also Tür und Tor geöffnet, möchte man meinen. Ausgerechnet der frühere grüne Bundestagsabgeordnete und einer der Väter des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) Hans Josef Fell aus dem unterfränkischen Hammelburg  macht jedoch Hoffnung, dass es doch nicht so schlimm kommen wird, wie befürchtet. Der  Lobbyist meint nämlich, dass auch nach dem jüngsten Regierungs-Beschluss massive Hindernisse für  so genannte  „regenerative Energien“ bleiben. Er beklagt gar, dass sich die Bedingungen für die Errichtung von Windkraftanlagen sogar noch weiter verschlechtern. Hoffentlich behält er Recht!   

Wind- und Solarenergie sind  weit mehr als nur ideologische Projekte der Grünen und ihrer Unterstützungskommandos in den Nichtregierungsorganisationen. Das aktuelle Bündnis aus zeitgeistangepaßten Politikern, Industrieverbänden und ideologischen Einheizern bleibt für  Natur- und Tierschutz aber auch Energieverbraucher höchst gefährlich, wenngleich es bislang noch keine rechtliche Umsetzung gibt. Dabei geht es im Namen des Klimaschutzes doch vor allem darum, die beim Bürger zwangsweise eingetriebenen Gelder zu kassieren. Aus diesem Grunde haben ganze Wirtschaftszweige  ihr Geschäftsmodell auf Subventionen und Zwangsumlagen aufgebaut. Daran hängen nun viele Arbeitsplätze, und  darum geht es der Politik letztendlich.  

Die Vorliebe für „grünen Strom“ ist in der EU nirgendwo inniger als  hierzulande. Dicht an dicht jede Menge Windflügel und Solarpaneele in der  Landschaft. Nicht selten in oder unmittelbar an Naturschutzgebieten. Manchmal weht der Wind, manchmal nicht, und manchmal scheint auch keine Sonne, wenn der Wind nicht weht. So wird wetterabhängiger volatiler Flatterstrom erzeugt.  Nicht umsonst drehten Japan und Schweden das Rad der Geschichte zurück und erklären die Wende von der Wende: Nachdem sich beide Länder einst für den Austritt aus der Atomkraft entschieden, gehen mittlerweile  ersten Meiler wieder ans Netz. „Grüner Strom“ ist nur überzeugend, wenn es geeignete Speicherformen gibt, die freilich auf sich warten lassen. Ein Grund, warum bis heute kein konventionelles Kraftwerk abgeschaltet werden kann. „Ökostrom“  ist chancenlos am Markt. Seine Existenz verdankt er dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, das ihn bei der Einspeisung ins Netz zwingend bevorzugt. Mit Klimaschutz hat der ökologische/ökonomische Unfug nichts zu tun.

 

5 Kommentare

  1. Helga empen
    Erstellt 21. Mai 2020 11:01 | Permanent-Link

    Schauen Sie sich dithmarschen - westlicher teil von S. H. - an, was hier die projektierer an landschaftsvernichtung betrieben haben! Warum???
    1995 würde ich angesprochen in dem Geschäft mitzumachen.... Da könnte ich reich werden.
    Das war schon lange zu erkennen, es ging um €€€€.
    Damals hinter der Hand, heute offiziell.
    Wer bitte, schützt die Natur und das kostbarste weltweit?
    Grundwasser!
    Fundamente!.
    Ausbeutung nach Rohstoffen, Neodym, Kobold, selbst Sand wird schwierig...
    Jeder spricht von Energie, dabei wurde erst eine jämmerliche Menge Strom erzeugt.
    Abregelungen allein in S. H. von fast
    1 Millionen, täglich!
    Bitte, wer zahlt???

  2. Dr. Stephan Kaula
    Erstellt 21. Mai 2020 12:10 | Permanent-Link

    Es gibt sehr wohl geeignete Speicher. Herr Hermansen ! Die sind zwar teuer aber werden heute schon genutzt. Sie heißen Frankreich, Polen, Österreich und noch ein paar andere sind dabei. Wir missbrauchen das Ausland als kostenpflichtiger Abnehmer des Stroms, den wir verklappen müssen, weil er bei Sonne und vor allem Wind anfällt wie ein nicht zu bändigendes Elbehochwasser und in der meisten Zeit importieren wir französischen Atom- und notfalls auch polnischen Kohlestrom. Nicht zu vergessen, wir stellen auch zunehmend Anlagen im Lande ab, dann wenn wir eigentlich Strom ernten könnten, der dann aber zuviel ist. Und diesen so als kostenlos gepriesenen Windstrom bezahlt der brave Bürger (zwanzig ungewisse, gleichwohl von der Regierung garantierte Jahre in die Zukunft) den Betreibern als Phantomstrom . Diese grüne Politik ruiniert die Zukunft unserer Kinder und unseres Landes und opfert sie ihrer blinden Ideologieblase und der Energielobby.

  3. Thomas Scheuerer
    Erstellt 22. Mai 2020 10:49 | Permanent-Link

    Den Nagel auf den Kopf getroffen, Herr Herrmannsen!
    Die Planungen der Süd- und Südost Link Trassen passen hier genau so gut ins Bild, wie der Hype um die Elektromobilität als vermeintliche Lösung für alles, was Mobilität heißt.
    Zahlen wird es am Ende immer der Verbraucher. Findige Unternehmen und Konzerne greifen die Subventionen, verursacht durch kurzfristigen politischen Aktionismus, ganz legal ab. Der Natur- und Umweltschutz wird am Ende auch sehr klein geschrieben, geht es doch um DIE Lösungen für die Zukunft. Tesla in Brandenburg läßt grüßen.

  4. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 22. Mai 2020 11:36 | Permanent-Link

    Die Fakten vorab: Das Gefährlichste überhaupt, was die Menschheit je zustande gebracht hat, ist die Kernspaltung/-fusion.

    Wer solchen Modellen offensichtlich nachtrauert bzw. unter ökonomischen Gesichtspunkten immer noch heroisch sekudierend zur Seite springt, weiß mit einer friedlichen Nutzung dieser Energieform wohl weniger anzufangen. Solange wir dieselbe als Sonnenenergie nutzen, weit weg von uns in der Sonnensphäre erzeugt, bei uns als Lichtphotone ankommend, ist eine solche Energienutzung tatsächlich überaus sinnvoll, seit Jahrmillionen findet dieses Geschehen schon statt; ohne selbiges gäbe es uns heute nicht, würden wir derartige Diskussionen nicht führen wollen. Ein „kalter Planet“ ohne Leben wäre die Folge. Wenn aber die Kernfusion, Kernschmelze etc. pp. -dieses äußerst komplexe System kann man auf die Schnelle nicht so einfach als „Erklärbär“ simpel herunterbrechen- hier auf unserem Blauen Planeten Nachahmung findet, so stößt die Menschheit rasant an brandgefährliche Grenzen, diese „Überbleibsel“ will nämlich so gar keiner haben. Auch unsere Nachfolgegenerationen üben sich berechtigterweise in strikter Abwehrhaltung, lehnen zunächst einmal diese totbringenden Hinterlassenschaften vehement ab; ungeachtet dessen drücken wir ihnen im durchaus abrufbaren Wissen hierum, solchen unliebsamen Restmüll heute noch ignorant, vollkommen schmerzbefreit einfach drauf, bar jedweder eigener vertrauenserweckender Lösungsansätze im Hier und Heute für eine ordnungsgemäße Entsorgung, die nur annähernd deren Halbwertzeiten gerecht werden könnten. Hier klaffen schlichtweg riesengroße Wissenslücken nach wie vor noch auf...!!!

    Werter Herr Hermannsen, auch Sie bleiben dahingehend stets Antworten schuldig...

    Notabene nicht nachvollziehen lässt sich, warum Sie nach wie vor unzählige Grundstückseigentümer von einer Wertschöpfung über die Erzeugung alternativer Energien fernhalten möchten, indem Sie die Dezentralisierung und damit einerhergehend die Demokratisierung unserer Energieversorgung schlichtweg fortwährend ganz augenscheinlich als nicht effizient verbal torpedieren.

    Die meisten Atomkraftwerke haben im Verlaufe der Sommermonate übrigens mit steigender Tendenz enorme Kühlungsprobleme bei omnipräsenten Klimaveränderungen, um ihre Anlagen ordnungsgemäß am Laufen zu halten. Wenn es keine Niederschläge in eben dieser heißen Jahreszeit gibt, infolge dessen unsere Flüsse sprichwörtlich vertrocknen, müssen die AKWs zwangsläufig heruntergefahren werden. - Das dürfte Ihnen nicht neu sein als langjährig erfahrener Agrarjournalist mit profunden Kenntnissen innerhalb eines solchen Umfeldes.


    Warum plädieren Sie nach wie vor also für diesen extremen Flaschenhals, wo einige wenige sich ihre weiträumigen Schatzkammern systematisch vollzuschaufeln wissen!? Was spricht im eigentlichen dagegen, dass man sich im Land der Dichter und Denker mit insbesondere ökologisch u. auch ökonomisch überaus sinnvolleren Alternativen schleunigst intensiver auseinandersetzt; selbstredend beinhaltet das natürlich mit die von Ihnen zu Recht thematisierten bislang sträflich vernachlässigten komplettierenden Speichertechnologien!

  5. Dr. Stephan Kaula
    Erstellt 22. Mai 2020 14:50 | Permanent-Link

    @ EU-Bauer Klaus1618
    In Deutschland ist eine Versorgung durch Sonne und Wind allein überhaupt nicht zu erreichen, solange es kein Stromspeicherwunder gibt. Das ist nicht in Aussicht. Power to Gas ist keine realitätsnahe Lösung. Selbst, wenn wir die Zahl der Anlagen von Sonne und Wind verzehnfachen würden. Die große unausgesprochene Lüge unserer sogenannten "Energiewende" ist, dass die volatilen Energieträger Strom nach dem Zufallsprinzip liefern aber nahe null an Versorgungssicherheit bieten. (Um mit Windkraft einen Ausgleich zu haben: Wenn hier kein Wind weht, dann anderswo) müssten wir einen Windkraftverbund bis weit hinter den Ural ereschaffen oder bis tief nach Nordafrika Biogas ist zu mindestens 40% auf fossile Kraftstoffe angewiesen (u.a. Agrarbetrieb mit Traktoren) . Und Wasserkraft ist nicht hochregelbar. Deshalb brauchen wir weiterhin konventionelle Kraftwerke. Aktuell missbrauchen wir für unser grünes Gewissen für viel Geld inzwischen bereits zunehmend Frankreichs Atomkraftwerke und polnische Kohlekraftwerke. Und wenn wir CO2 Neutralität im Stromsektor (nur 20% des Primärenergiebedarfes) und das irgendwann ein bisschen auf den Primärenergiebedarf ausdehnen wollten, werden wir ohne Kernkraft nicht auskommen können. So wie der Rest der Welt . Wer das nicht sieht, verkennt die Realität und schwebt mit den Grünen in ihrer abgehobenen Propagandablase. Solche deutsche "Energiepolitik" ist irrational, unverantwortlich, schadet massiv dem Industriestandort Deutschland und damit auch den Menschen und Bürgern des Landes. Und den Kindern, die eine Zukunft haben wollen.

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