Horst Hermannsen zur politischen Einigung beim EEG

Volatiler Flatterstrom


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Die Große Koalition hat im Streit um den Mindestabstand für Windräder an Land eine Einigung erzielt. Demnach sollen die Bundesländer Spielraum erhalten, um den Abstand der Anlagen zur nächstgelegenen Bebauung selbst zu regeln.

Der bürgerfreundliche Sonderweg der 10 H-Regelung in Bayern bleibt zunächst noch erhalten.  Auch soll nach dem Regierungsbeschluss der 52-Gigawatt-Förderdeckel für Solaranlagen irgendwann aufgehoben werden. Für Umweltzerstörung und weiterer Landschaftsverschandlung sind also Tür und Tor geöffnet, möchte man meinen. Ausgerechnet der frühere grüne Bundestagsabgeordnete und einer der Väter des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) Hans Josef Fell aus dem unterfränkischen Hammelburg  macht jedoch Hoffnung, dass es doch nicht so schlimm kommen wird, wie befürchtet. Der  Lobbyist meint nämlich, dass auch nach dem jüngsten Regierungs-Beschluss massive Hindernisse für  so genannte  „regenerative Energien“ bleiben. Er beklagt gar, dass sich die Bedingungen für die Errichtung von Windkraftanlagen sogar noch weiter verschlechtern. Hoffentlich behält er Recht!   

Wind- und Solarenergie sind  weit mehr als nur ideologische Projekte der Grünen und ihrer Unterstützungskommandos in den Nichtregierungsorganisationen. Das aktuelle Bündnis aus zeitgeistangepaßten Politikern, Industrieverbänden und ideologischen Einheizern bleibt für  Natur- und Tierschutz aber auch Energieverbraucher höchst gefährlich, wenngleich es bislang noch keine rechtliche Umsetzung gibt. Dabei geht es im Namen des Klimaschutzes doch vor allem darum, die beim Bürger zwangsweise eingetriebenen Gelder zu kassieren. Aus diesem Grunde haben ganze Wirtschaftszweige  ihr Geschäftsmodell auf Subventionen und Zwangsumlagen aufgebaut. Daran hängen nun viele Arbeitsplätze, und  darum geht es der Politik letztendlich.  

Die Vorliebe für „grünen Strom“ ist in der EU nirgendwo inniger als  hierzulande. Dicht an dicht jede Menge Windflügel und Solarpaneele in der  Landschaft. Nicht selten in oder unmittelbar an Naturschutzgebieten. Manchmal weht der Wind, manchmal nicht, und manchmal scheint auch keine Sonne, wenn der Wind nicht weht. So wird wetterabhängiger volatiler Flatterstrom erzeugt.  Nicht umsonst drehten Japan und Schweden das Rad der Geschichte zurück und erklären die Wende von der Wende: Nachdem sich beide Länder einst für den Austritt aus der Atomkraft entschieden, gehen mittlerweile  ersten Meiler wieder ans Netz. „Grüner Strom“ ist nur überzeugend, wenn es geeignete Speicherformen gibt, die freilich auf sich warten lassen. Ein Grund, warum bis heute kein konventionelles Kraftwerk abgeschaltet werden kann. „Ökostrom“  ist chancenlos am Markt. Seine Existenz verdankt er dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, das ihn bei der Einspeisung ins Netz zwingend bevorzugt. Mit Klimaschutz hat der ökologische/ökonomische Unfug nichts zu tun.

 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Helga empen
    Erstellt 21. Mai 2020 11:01 | Permanent-Link

    Schauen Sie sich dithmarschen - westlicher teil von S. H. - an, was hier die projektierer an landschaftsvernichtung betrieben haben! Warum???
    1995 würde ich angesprochen in dem Geschäft mitzumachen.... Da könnte ich reich werden.
    Das war schon lange zu erkennen, es ging um €€€€.
    Damals hinter der Hand, heute offiziell.
    Wer bitte, schützt die Natur und das kostbarste weltweit?
    Grundwasser!
    Fundamente!.
    Ausbeutung nach Rohstoffen, Neodym, Kobold, selbst Sand wird schwierig...
    Jeder spricht von Energie, dabei wurde erst eine jämmerliche Menge Strom erzeugt.
    Abregelungen allein in S. H. von fast
    1 Millionen, täglich!
    Bitte, wer zahlt???

  2. Dr. Stephan Kaula
    Erstellt 21. Mai 2020 12:10 | Permanent-Link

    Es gibt sehr wohl geeignete Speicher. Herr Hermansen ! Die sind zwar teuer aber werden heute schon genutzt. Sie heißen Frankreich, Polen, Österreich und noch ein paar andere sind dabei. Wir missbrauchen das Ausland als kostenpflichtiger Abnehmer des Stroms, den wir verklappen müssen, weil er bei Sonne und vor allem Wind anfällt wie ein nicht zu bändigendes Elbehochwasser und in der meisten Zeit importieren wir französischen Atom- und notfalls auch polnischen Kohlestrom. Nicht zu vergessen, wir stellen auch zunehmend Anlagen im Lande ab, dann wenn wir eigentlich Strom ernten könnten, der dann aber zuviel ist. Und diesen so als kostenlos gepriesenen Windstrom bezahlt der brave Bürger (zwanzig ungewisse, gleichwohl von der Regierung garantierte Jahre in die Zukunft) den Betreibern als Phantomstrom . Diese grüne Politik ruiniert die Zukunft unserer Kinder und unseres Landes und opfert sie ihrer blinden Ideologieblase und der Energielobby.

  3. Thomas Scheuerer
    Erstellt 22. Mai 2020 10:49 | Permanent-Link

    Den Nagel auf den Kopf getroffen, Herr Herrmannsen!
    Die Planungen der Süd- und Südost Link Trassen passen hier genau so gut ins Bild, wie der Hype um die Elektromobilität als vermeintliche Lösung für alles, was Mobilität heißt.
    Zahlen wird es am Ende immer der Verbraucher. Findige Unternehmen und Konzerne greifen die Subventionen, verursacht durch kurzfristigen politischen Aktionismus, ganz legal ab. Der Natur- und Umweltschutz wird am Ende auch sehr klein geschrieben, geht es doch um DIE Lösungen für die Zukunft. Tesla in Brandenburg läßt grüßen.

  4. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 22. Mai 2020 11:36 | Permanent-Link

    Die Fakten vorab: Das Gefährlichste überhaupt, was die Menschheit je zustande gebracht hat, ist die Kernspaltung/-fusion.

    Wer solchen Modellen offensichtlich nachtrauert bzw. unter ökonomischen Gesichtspunkten immer noch heroisch sekudierend zur Seite springt, weiß mit einer friedlichen Nutzung dieser Energieform wohl weniger anzufangen. Solange wir dieselbe als Sonnenenergie nutzen, weit weg von uns in der Sonnensphäre erzeugt, bei uns als Lichtphotone ankommend, ist eine solche Energienutzung tatsächlich überaus sinnvoll, seit Jahrmillionen findet dieses Geschehen schon statt; ohne selbiges gäbe es uns heute nicht, würden wir derartige Diskussionen nicht führen wollen. Ein „kalter Planet“ ohne Leben wäre die Folge. Wenn aber die Kernfusion, Kernschmelze etc. pp. -dieses äußerst komplexe System kann man auf die Schnelle nicht so einfach als „Erklärbär“ simpel herunterbrechen- hier auf unserem Blauen Planeten Nachahmung findet, so stößt die Menschheit rasant an brandgefährliche Grenzen, diese „Überbleibsel“ will nämlich so gar keiner haben. Auch unsere Nachfolgegenerationen üben sich berechtigterweise in strikter Abwehrhaltung, lehnen zunächst einmal diese totbringenden Hinterlassenschaften vehement ab; ungeachtet dessen drücken wir ihnen im durchaus abrufbaren Wissen hierum, solchen unliebsamen Restmüll heute noch ignorant, vollkommen schmerzbefreit einfach drauf, bar jedweder eigener vertrauenserweckender Lösungsansätze im Hier und Heute für eine ordnungsgemäße Entsorgung, die nur annähernd deren Halbwertzeiten gerecht werden könnten. Hier klaffen schlichtweg riesengroße Wissenslücken nach wie vor noch auf...!!!

    Werter Herr Hermannsen, auch Sie bleiben dahingehend stets Antworten schuldig...

    Notabene nicht nachvollziehen lässt sich, warum Sie nach wie vor unzählige Grundstückseigentümer von einer Wertschöpfung über die Erzeugung alternativer Energien fernhalten möchten, indem Sie die Dezentralisierung und damit einerhergehend die Demokratisierung unserer Energieversorgung schlichtweg fortwährend ganz augenscheinlich als nicht effizient verbal torpedieren.

    Die meisten Atomkraftwerke haben im Verlaufe der Sommermonate übrigens mit steigender Tendenz enorme Kühlungsprobleme bei omnipräsenten Klimaveränderungen, um ihre Anlagen ordnungsgemäß am Laufen zu halten. Wenn es keine Niederschläge in eben dieser heißen Jahreszeit gibt, infolge dessen unsere Flüsse sprichwörtlich vertrocknen, müssen die AKWs zwangsläufig heruntergefahren werden. - Das dürfte Ihnen nicht neu sein als langjährig erfahrener Agrarjournalist mit profunden Kenntnissen innerhalb eines solchen Umfeldes.


    Warum plädieren Sie nach wie vor also für diesen extremen Flaschenhals, wo einige wenige sich ihre weiträumigen Schatzkammern systematisch vollzuschaufeln wissen!? Was spricht im eigentlichen dagegen, dass man sich im Land der Dichter und Denker mit insbesondere ökologisch u. auch ökonomisch überaus sinnvolleren Alternativen schleunigst intensiver auseinandersetzt; selbstredend beinhaltet das natürlich mit die von Ihnen zu Recht thematisierten bislang sträflich vernachlässigten komplettierenden Speichertechnologien!

  5. Dr. Stephan Kaula
    Erstellt 22. Mai 2020 14:50 | Permanent-Link

    @ EU-Bauer Klaus1618
    In Deutschland ist eine Versorgung durch Sonne und Wind allein überhaupt nicht zu erreichen, solange es kein Stromspeicherwunder gibt. Das ist nicht in Aussicht. Power to Gas ist keine realitätsnahe Lösung. Selbst, wenn wir die Zahl der Anlagen von Sonne und Wind verzehnfachen würden. Die große unausgesprochene Lüge unserer sogenannten "Energiewende" ist, dass die volatilen Energieträger Strom nach dem Zufallsprinzip liefern aber nahe null an Versorgungssicherheit bieten. (Um mit Windkraft einen Ausgleich zu haben: Wenn hier kein Wind weht, dann anderswo) müssten wir einen Windkraftverbund bis weit hinter den Ural ereschaffen oder bis tief nach Nordafrika Biogas ist zu mindestens 40% auf fossile Kraftstoffe angewiesen (u.a. Agrarbetrieb mit Traktoren) . Und Wasserkraft ist nicht hochregelbar. Deshalb brauchen wir weiterhin konventionelle Kraftwerke. Aktuell missbrauchen wir für unser grünes Gewissen für viel Geld inzwischen bereits zunehmend Frankreichs Atomkraftwerke und polnische Kohlekraftwerke. Und wenn wir CO2 Neutralität im Stromsektor (nur 20% des Primärenergiebedarfes) und das irgendwann ein bisschen auf den Primärenergiebedarf ausdehnen wollten, werden wir ohne Kernkraft nicht auskommen können. So wie der Rest der Welt . Wer das nicht sieht, verkennt die Realität und schwebt mit den Grünen in ihrer abgehobenen Propagandablase. Solche deutsche "Energiepolitik" ist irrational, unverantwortlich, schadet massiv dem Industriestandort Deutschland und damit auch den Menschen und Bürgern des Landes. Und den Kindern, die eine Zukunft haben wollen.

  6. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 22. Mai 2020 16:08 | Permanent-Link

    Hochverehrter Herr Dr. Kaula,

    pauschale Aussagen Iherseits, die meine aufgeworfenen Fragen in der Thematik allerdings nicht zu beantworten wissen.

    Haben Sie dazu keine Antworten!?

  7. Dr. Stephan Kaula
    Erstellt 25. Mai 2020 14:15 | Permanent-Link

    @ EU-Bauer Klaus 1618
    Sehr geehrter Herr Bauer,

    Es gibt keine Probleme auf Ihre Argumente einzugehen.

    Als die Dampfmaschinen aufkamen, kam es immer wieder zu Unfällen mit vielen Toten. Die Toten von Fukushima sind keine Strahlentoten, sondern Tote durch den Tsunami. Überhaupt ist die Zahl der Toten, die in Verbindung mit der Kernkraft (nicht die Atombombe) zu beklagen ist, äußerst gering. Die meisten Toten gab es durch den Kohleabbau. Diese von Ihnen behauptete Gefährlichkeit spiegelt sich jedenfalls nicht in der Realität wider. Selbst Tschernobyl war vergleichsweise glimpflich mit nur wenigen unmittelbaren Toten durch Verstrahlung behaftet. Im Straßenverkehr sterben in Deutschland jedes Jahr ein Vielfaches an Menschen als auf der Welt bisher durch Atomunfälle gestorben sind. Die generelle Tabuisierung der Atomkraft ist daher rein irrational und nicht sachlich begründet. Unabhängig davon, was nützt es, wenn wir unsere Kernkraftwerke abstellen und dafür aus Frankreich immer mehr Atomstrom beziehen. Da vertraue ich doch lieber auf Deutsche Technik.

    Eine zukunftsträchtige Option wäre der Dual-Fluid-Reaktor, der mit Thorium betrieben wird. Das ist reichlich verfügbar, seine radioaktiven Abfälle haben eine Halbwertszeit von nur 300 Jahren und solche Reaktortypen könnten sogar den radioaktiven Abfall herkömmlicher Atomkraftwerke, die tausende Jahre abklingen müssen verbrennen und auch da bliebe nur radioaktiver Abfall übrig, der nur 300 Jahre Halbwertszeit hat. Diese Reaktoren können keinen Supergau produzieren. D.h. wenn zum Beispiel alles Betriebspersonal den Reaktor alleine lassen würde, käme es nicht zu einem Austritt von Radioaktivität. An müsste dafür den Reaktor schon sprengen. Die Abfälle sind also kleine Mengen . Der bisher angefallene gesamte radioaktive Abfall der USA passt bisher auf ein Fussballfeld. Wenn man demgegenüber das Entsorgungsproblem der Rotorblätter der Windräder hält, schneidet der Thoriumreaktor deutlich besser ab. Es gibt die Aussagen, dass wenn wir nur einen Teil der finanziellen Mittel, die wir in die Windenergie stecken für die Entwicklung von Dual-Fluid-Reaktoren gesteckt hätten, wir bereits im Strombereich CO2 neutral sein könnten. Etwas, was wir durch Wind und Sonne nie erreichen.

    Speichertechnologien wurden nicht vernachlässigt. Es gibt zahllose Ansätze, die aber alle in der dafür notwendigen Größenordnung nicht bezahlbar sind. Es handelt sich um 20 bis 80 TWh (je nachdem wen man fragt), die gespeichert werden müssten, und das in kurzer Zeit jeweils und auch in kurzer Zeit wieder abrufbar sein. Alle vorgestellten Optionen bewegen sich im MWh- Bereich, das ist ein Millionstel von einer TeraWatt-Stunden TWh. Unser größtes Pumpspeicherwerk Goldisthal speichert 1 GWh, davon brauchten wir 20 000 für 20 TWh und wir haben für ein einziges mehr Platz.

    Power to Gas hat enorme Verluste und ist viel zu teuer. Insbesondere fallen die zu speichernden Überschüsse in kurzer Zeit an. D.h. diese Anlagen würden zuhauf bei Wind gebraucht, aber im Laufe des Jahres dann die meiste Zeit stillstehen.

    Sorry, jeder der sich damit vernünftig auseinander setzt kommt zu dem Schluss, dass die sog. Energiewende bereits gescheitert und eine riesige Katastrophe ist. Das macht uns auch niemand nach (bis vielleicht auf die Dänen, die stecken aber im skandinavischen Verbund mit genug Atom und Wasserkraft.). Dieser Irrsinn, anders kann man es nicht bezeichnen, ist nur durch eine massive realitätsverkennende Propaganda aufrecht zu erhalten.

    Der Schaden, den diese grüne Propaganda unserem Land und zukünftigen Generation nachhaltig zufügt ist immens.

  8. Helmut Gahse
    Erstellt 25. Mai 2020 18:16 | Permanent-Link

    Wenn der DFR schon so eine problemlos Technik ist, hat man sicher auch das Problem der derzeitigen Kraftwerke, nämlich die Kühlung im Sommer, wenn die Flüsse Niedrigwasser führen oder in Zukunft sogar fast ganz austrocknen, gelöst. Oder Herr Dr. Kaula?

  9. Dr. Stephan Kaula
    Erstellt 26. Mai 2020 10:33 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Gahse,
    Sie gehen von einem wissenschaftlich nicht begründeten Szenario anhaltender Trockenheit und Desertifizierung in Deutschland aus. Die Öffentlichkeit wird ständig von nicht fundierten Scheinzusammenhängen durch die Medien bombardiert. Ein globaler moderater Temperaturanstieg bedeutet selbst laut IPCC nicht vermehrte Trockenheit. Auch bei einer Rückschau in die klimatische Geschichte Deutschlands gab es immer wieder einmal zwei drei Jahre hintereinander Trockenheit, ja sogar große Flüsse waren schon im Mittelalter ganz ohne CO2-Einfluss einmal ausgetrocknet. Und klar, da läuft dann keine Stromerzeugung über Dampf auch in einem AKW. Aber es ist viel viel viel wahrscheinlicher, dass wir ganz unmittelbar in den kommenden Wintern einen großen Blackout bekommen, wenn weder Wind weht noch die Sonne hervorkommt. (Schon jetzt, bei diesem Ausbaugrad von Wind und Solar)

    Das Problem ist die völlige Einseitigkeit der geplanten Energieversorgung. Wenn wir alle AKWs und Kohlekraftwerke abschalten und nur mit Regenerativen die Stromversorgung (das sind nur 20% des Primärenergiebedarfs) sicherstellen wollen, dann sind Ausfälle, also große Blackouts die Tagesordnung. Die Regenerativen (eigentlich muss da Biomasse raus, denn die braucht 40 bis 60% fossile Brennstoffe zum Betrieb) Wind und Solar stellen keine nennenswerte sichere Verfügbarkeit dar. Kein Industrieland könnte so existieren. Wir würden industriell ins Mittelalter versetzt.

    Auch die DFR sind erst in der Entwicklung. Wie lange es dauert oder gedauert hätte bis diese funktionieren hängt ganz entscheidend von den Finanzmitteln ab, die man dort reinsteckt.

    Mein Fazit: Deutschland wird immer noch von einem grünen Traum, einem reinen Phantasiegebilde einer CO2 neutralen Stromerzeugung (und noch viel realitätsferner, CO2 neutraler Deckung des Primärenergiebedarfs) gesteuert, einer reinen Idee, die nicht auf real existierender und noch nicht mal absehbarer bezahlbarer Technik beruht.

    Hauptknackpunkt sind und bleiben fehlende Strommassenspeicher in der Größenordung von 50 TWh. Die sind aktuell noch viel weiter von einer Realisierung entfernt als der DFR. Mit einem bloßen Wunschtraum ist aber kein weiterer Ausbau der volatilen Energie-Einspeiser wie Wind und Solar zu rechtfertigen.

    Wie kann ein ganzes Land so ein Abenteuer angehen, dessen Ausgang ganz konkret der Ruin des Landes und seiner Bürger ist.

    Hier muss ! eine realistische Güterabwägung her, die auf dem Boden der Wissenschaft und Technik aufbaut und nicht auf grünenTräumen und Propaganda. Letzteres ist unverantwortlich. Ja, aktuell wird eine unverantwortliche Energiepolitik in unserem Land betrieben ! Tatsächlich hatte ich Gespräche mit energiepolitischen Sprechern großer Parteien auf Landesebene. Sie bestätigten den Irrsinn und sagten durch die Blume, dass weil die Grünen so stark sind, den Mainstream bestimmen und in den Parlamenten sitzen, es solange keine realitätsnahe Energiepolitik geben könne. Von den etablierten Parteien traut sich keiner unpopulistische Meinungen zu vertreten. Bei uns regiert grünes Hollywood und nicht mehr die Vernunft. Die grün dominierten Mainstram-Medien regieren und treiben die Politik vor sich her. Die Politik hat das zugelassen. Hier ist jeder Bürger nun gefragt, diese Politik zu hinterfragen und ehrliche realitätsnahe Lösungen von der Politik zu fordern. Auch und insbesondere von den Grünen. Personen wie Prof. Quaschning gibt in die Enge getrieben zu, dass wir ein 1000 fach größeres Stromspeichervolumen brauchen. Und wie und wo, das bleibt er schuldig. Wir haben unser Land einem dominierenden wissenschaftlich-ökonomisch-politisch verfilzten Komplex gegenseitiger Abhängigkeiten überlassen. Der Bürger ist gefordert, hier gegenzusteuern, da die Politik es nicht mehr kann und will.
    mfG Kaula

  10. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 26. Mai 2020 14:06 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Dr. Kaula,

    5G - dahingehend widerspreche ich Ihnen nicht, gepulste Strahlen haben es fürwahr in sich. Für die Lenksysteme in unserem Betrieb nutzen wir CB-Funk, dem ein Frequenzband um 27 MHz zugeteilt ist. Hiervon gehen keine Gefahren aus, die Organismen belasten könnten. Wir betreiben dazu unsere hofeigene Station, selbst wenn dies mit einem gewissen Mehraufwand verbunden ist. Auch für die innerbetriebliche Kommunikation nutzen wir bevorzugt CB-Funk u. ziehen diesen soweit als möglich einem „Wischkästchen“ (Handy) vor. - Mein faradayscher Käfig ist mir persönlich extrem wichtig!

    Ende der 1950er bejubelten alle euphorisch das Projekt „ATOMSTROM“, das gipfelte sogar darin, dass sich der damalige Atomminister Franz Josef Strauß zu der Aussage hinreißen ließ, Strom würde bald so billig werden, dass wir in unseren Haushalten sogar auf den Einbau von Stromzählern verzichten könnten. - Die heutigen Stromtarife dürften Ihnen ja durchaus geläufig sein...

    Wenn Sie nunmehr von dem von Ihnen mit glühenden Worten angepriesenen Konzept so nachhaltig überzeugt sind, lassen Sie sich bitte in den deutschen Bundestag wählen, vereinen Sie für dieses bahnbrechende Zukunftsmodell sodann Mehrheiten hinter sich.

    Ich jedenfalls gehöre zu jener Spezies Mensch, die sich mit den alternativen Energien durchaus sehr intensiv auseinandersetzt. Gegen die Verbrennungstechnologie per se habe ich nichts einzuwenden, wenn die da eingesetzten Energien nachwachsend sind; genau aber ein solches Ansinnen wird wiederum mit einem gehörigem Maß an grandioser Hinterhältigkeit allseits massiv torpediert. - Warum!? Die heute bestens funktionierenden Verbrennungstechnologien, auf die wir jederzeit zurückgreifen können, stünden für unsere alternativen Öle zur Verfügung, erzeugt auf dem Acker, u.a. in einem direkten Wertschöpfungskreislauf auch direkt wieder ohne Zwischenwirt dem Einsatz auf dem Acker sofort wieder zugeführt. Ökologischer geht kaum mehr, wie Sie selbst ja auch in einem Ihrer Kommentare zurecht eine solche Verweigerungshaltung rügten.

    CH4 - Methangastechnik stünde auch in großem Umfang komplett zur Verfügung. Gegen diese Form der Energienutzung gibt es viele Widersacher, wozu ich Sie sicherlich auch zählen darf.
    Wiederum bin ich aber, anders als Sie, felsenfest davon überzeugt, dass sich das dauerhaft nicht mehr verhindern lassen wird. Pfiffige Bauern produzieren bereits vielseitige Ölpflanzen im Ackerbau, werden dabei allerdings filigran massiv behindert, gilt es doch den für wenige handverlesene Schlüsselfiguren im Energiesektor installierten Flaschenhals mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Mit großer Leidenschaft leisten Sie hierzu argumentativ Ihren Beitrag, ohne die Einwände eines kleinen tumben Bäuerlein augenscheinlich überhaupt nur ansatzweise ernst nehmen zu wollen.

    Gerade einmal 120 Nanogramm beeinflussen im übrigen die Zahl unserer Verkehrstoten aktuell sehr positiv; dennoch gehe ich davon aus, dass Sie zumindest diesbezüglich einer Meinung mit mir sind, dass die Menschheit auf COVID-19 gänzlich hätte verzichten können. Unsere dekadente Sorglosigkeit wurde hiervon jäh unterbrochen, die Zeiten danach werden jedenfalls wohl erhebliche Veränderungen -hoffentlich auch in den Köpfen maßgeblicher Entscheidungsträger- mit sich bringen, wovon unser Individualverkehr sowie auch der gesamte Energiesektor u.a. gewiss maßgeblich tangiert sein werden...

  11. Helmut Gahse
    Erstellt 26. Mai 2020 21:58 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Dr. Kaula, ich gehe von keinem Horrorszenario aus, sondern von der Erfahrung die ich in meinem Betrieb die letzten 20 Jahre gemacht habe. Ende der 1990ziger Jahre wurde in der DLG Zeitung eine Studie des DWD pupliziert, in der die Aussage gemacht wurde, dass die Winter tendenziell nasser und die Sommer trockener werden. Und dass die Niederschläge im Südschwarzwald und im Alpenvorland zunehmen und bei uns oberhalb des Schwarzwaldes im Kraichgau und im westlichen Kreis Heilbronn abnehmen würden. Genauso ist es eingetroffen. Es lässt sich trefflich streiten wer nun Recht hat, Fakt ist für mich die Tatsache dass ein Teil der Futtermittel die ich in meinem Betrieb beziehe immer länger und mit höheren Niedrigwasserzuschlägen belegt sind (Kauber Pegel weniger wie 150 cm). Kurz gesagt die Lage an der Kühlwasserfront im Sommer wird immer kritischer. Letzte Woche habe ich eine Einschätzung der Unternehmensberatung Dornier Group mit dem Titel "Kohle schon in 8 Jahren am Ende?" gelesen. Dort kommt man zu anderen Einschätzungen wie Sie. Ich kann die Dornier Group nicht beurteilen und ich kann auch Ihre Aussagen nicht überprüfen. Ich fände es aber vernünftig die Möglichkeiten der PVStromnutzung, die im Sommerhalbjahr momentan eher überreichlich und auch ohne Kühlwassernutzung zur Verfügung steht, sinnvoll zu integrieren. Im Übrigen kann ich das was Sie zum linksgrünen Mainstream und zu den Politikern ohne Rückgrat gesagt haben, problemlos zustimmen.

  12. Dr. Stephan Kaula
    Erstellt 27. Mai 2020 14:52 | Permanent-Link

    @ Herr Bauer
    Zu Ihrer Anmerkung betreffend Biodiesel. Der Großteil an pflanzlichen Ölen, die unserem Diesel zugesetzt wird ist meines Wissens Palmöl. Das muss auch hergeschafft werden. Selbst Angela Dorn (Hessens Grüne) musste bei der Biomasse-Verwertung zugestehen, dass man sich das bezüglich CO2-Emissionen anders vorgestellt hat. (Immerhin handelt es sich um extensive Landwirtschaft mit breitflächiger Ausbringung von Pestiziden in den Boden.) Konzepte des Bundes sehen daher eher einen Rückgang der Biomasseverstromung vor. Nichts gegen eine Biogasanlage für ohnehin anfallende Biomasse.) Sie sprechen pauschal von einer Verweigerungshaltung, Verweigerung von Konzepten, die mehr Schaden anrichten als Nutzen, ja.

    Sie sprechen Power-to-Methan an. Viessmann bietet eine 2 MW-Anlage zu 6 MIo Euro an. Hinzu kommen Gaspipelines, Gasspeicher und Gaskraftwerke. An windreichen Tagen brauchten wir (mit dem weiteren Windkraftausbau zunehmend) bei dem anfallenden Überschussstrom von bis zu 25 GW also mal 12.500 dieser Anlagen. Und diese würden zum Großteil aufgrund der Volatilität bestenfalls nur wenige Tage im Jahr laufen (einzelne nur Stunden, andere vielleicht wenige Wochen). Als ich das bei einer Diskussion mit Greenpeace anbrachte, sagte man das sei unsachlich und brach die Kommunikation ab. Bei der Rückverstromung bleibt wie zuvor erwähnt nur noch 1/3 des ursprünglich eingesetzten Stromes übrig.
    Im Übrigen finde ich es klasse, dass hier sachbezogen und emotional diskutiert wird. Solche Kompetenz und intensive Auseinandersetzung mit der Materie findet man eher selten. Vielen Dank dafür. Klar muss es ein Umdenken geben, dazu gehört aber eine ergebnisoffene sachbezogene Diskussion bei der Interessenskonflikte keine Rolle spielen dürfen. Diese ist aktuell aber nicht mehr möglich.
    @
    Sehr geehrter Herr Gahse, Dass es zu einer globalen Klimaerwärmung und damit Klimaveränderungen gekommen ist und kommt, ist nicht zu bezweifeln. Das führt aber nicht zwingend zu größerer Trockenheit, an einigen Orten auf der Welt kommt es auch zu vermehrten Niederschlägen. Bei den Wasserständen der Flüsse spielen sicherlich auch regionale Faktoren eine Rolle, wie Bodenversiegelung und selbst die Windräder stehen in einer aktuellen wissenschaftlich fundierten Untersuchung als Faktor für verringerte Niederschläge in Verdacht. (Climatic Impacts of Wind Power, Autoren Lee M. Miller). Die Tatsache, dass Großkraftwerke an Flüssen zunehmend Kühlwasserprobleme bekommen macht den weiteren Windenergieausbau deshalb aber nicht sinnvoller. Wir hätten Ende 2016 mit dem Windenergieausbau aufhören müssen. Seitdem produzieren wir weder speicherbare noch ausreichend verwertbare Überschüsse und das exponentiell zunehmend.

    Die Menge an Kohlereserven Deutschlands wurden mit den Jahren immer weiter runtergerechnet. Ursprünglich gab es die Angabe von weiteren 300 Jahren, dann 50 Jahre und jetzt sprechen die Grünen (aus allen Parteien) von nur 8 Jahren, allein, um ihrer Politik den noch entschiedeneren Stempel des Unvermeidlichen aufzudrücken. Es ist schlicht eine Frage, wie ich die Kohlereserven berechne.. Da sind sie noch für viele Jahrzehnte. Aber es ist sicherlich richtig auch umzudenken, nur wie schnell muss das sein und was ist eine für das Land und ihre Bürger tragbare und vernünftige Weise? Meines Ermessens ist vor allem der weitere Windenergieausbau eine katastrophale Fehlentwicklung. Von jeder geförderten regenerativen Stromquelle sollte man den Nachweis (ggf. durch Anmieten, Ankauf) von 2 wöchiger Verfügbarkeit verlangen, sonst würde sie nicht gefördert. Das würde Sinn ergeben. Hier ein Beispiel, dass offenbar in die richtige Richtung geht:

    Aktuell gibt es die marktreife Entwicklung eines Systems (Picea) das mich überrascht hat. Hier wird durch Photovoltaik, Wasserstoffelektrolyse, Wasserstoffspeicherung und Brennstoffzellentechnik (hoher Wirkungsgrad) es möglich, ein Niedrigenergiehaus echt stromautark zu machen. Einen Teil der Heizung kann die Technik auch übernehmen. Es ist gerade im Beginn der Anwendung und noch sehr teuer. Die Amortisationszeit von 16 Jahren ist sicherlich deutlich zu niedrig angesetzt. Es handelt sich hier um eine reine dezentrale Lösung, die auch nur funktioniert, da keine Transportwege für den Wasserstoff anfallen.

  13. Helmut Gahse
    Erstellt 27. Mai 2020 22:25 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Dr. Kaula, in meiner zitierten Überschrift "Kohle schon in 8 Jahren am Ende?" geht es nicht um den Kohlevorrat in Deutschland, sondern um die provokante Prognose der genannten Beratungsfirma, dass die ges. Kohleverstromung innerhalb der nächsten 8 Jahre das wirtschaftliche Aus ereilt. Ich dachte Sie kennen die Argumente Ihrer Gegner. Wenn Sie den Bericht nicht finden dann lesen Sie im Biogasjournal 3/2020 ab Seite 30.

  14. Dr. Stephan Kaula
    Erstellt 28. Mai 2020 10:16 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Gahse,
    Leider kann ich zwar auf das Heft, aber nicht auf den Artikel zugreifen. Und mit Sicherheit kenne ich nicht alle Artikel zum Thema.
    Die Landwirte werden von der Politik an der Nase herumgeführt, haben kaum Sicherheit und Kontinuität, müssen andererseits langfristig investieren, sich dabei hoch verschulden und spezialisieren, um überhaupt über die Runden zu kommen. Sie sind zu Sklaven teurer Technik geworden, Schuldner der Banken und von Subventionen abhängig. Gleichzeitig ist unsere Landwirtschaft für unser Land unverzichtbar. Der Großteil unserer Gesellschaft produziert allerdings nur noch imaginäre Werte und lebt letztlich von dem Vertrauen der Bürger, dass dahinter noch reale greifbare Werte stehen, wie sie zum Beispiel die Landwirtschaft produziert. Hier gibt es meines Ermessens ein großes ungerechtes und gefährliches Ungleichgewicht, dem entgegen gesteuert werden müsste.
    Ihnen alles Gute und vielen Dank für den Austausch von Argumenten. Kaula

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