Horst Hermannsen zur Windenergie

Zerstörerisch und wirkungslos

Der „Windgipfel“, zu dem der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier kürzlich einlud, war aufschlussreich. Es geht um ein Geschäft, bei dem „Cleverles“ mit ideologisch-politischer Unterstützung Milliarden kassieren, die mit staatlichem Zwang den Verbrauchern abgepresst werden.

Mit ihrem fadenscheinigen Mäntelchen der Klimaneutralität gewinnen sie die Zustimmung überwiegend einer urbanen Gesellschaft. Ungezählte geschredderte Greifvögel, Störche, Kraniche, Fledermäuse sind der Preis für Zufallsstrom, der keine Versorgungssicherheit bietet. Dafür werden Naturräume in oder am Rande von Schutzgebieten mit einer Geschwindigkeit industrialisiert und zerstört, die keine historischen Vorbilder hat. Es ist es dreist, die Windenergie als Mittel des Artenschutzes darzustellen. Und doch wird dies getan. Warum überrascht mich das nicht? Politisch Verantwortliche, ihre Unterstützer und wirtschaftlich interessierte Gruppierungen beschönigen, täuschen, lügen, um ihre Projekte zu legitimieren. Das ist seit Beginn der Energiewende bis heute die Standard-Vorgehensweise. Schon die Beschreibungen sind entlarvend: Windpark, Solarpark, was für ein Missbrauch des Begriffs „Park“.

So viel wie eine Kugel Eis im Monat sollte die Energiewende den Durchschnittshaushalt kosten,  versicherte 2004 der damalige grüne Umweltminister Jürgen Trittin. Es kam anders, obwohl die Eispreise ordentlich anzogen. Das EEG verschlang seitdem unvorstellbare Summen. Die deutschen Strompreise zählen EU-weit zu den höchsten, ohne dass der CO2-Ausstoß sinkt. Dieser Humbug soll verstärkt werden. Verschwiegen wird, dass die installierte Nennleistung von Solar- und Windenergie  längst in der Lage wäre, theoretisch genügend  Strom bereitzustellen. Da dieser aber volatil und großtechnisch nicht speicherbar ist, macht ein weiterer Ausbau keinen Sinn. Mehr Anlagen produzieren bei Windflaute und fehlender Sonne nicht mehr Energie. Windräder sind für die Grundlastsicherung ungeeignet, weil sie keine verlässliche Leistung erzeugen und man deshalb hohe Reservekapazitäten bereitstellen muss.   

In einem „Aktionsplan für mehr Genehmigungen von Windanlagen an Land“ hat der einflussreiche Lobbyverein Bundesverband WindEnergie (BWE) die aus seiner Sicht „oft überzogene, unverhältnismäßige Auslegung des Artenschutzes“ kritisiert. Das Tötungsverbot gefährdeter Wildtiere nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz habe sich zu einem „absoluten Planungshindernis“ entwickelt, ebenso die Abstandsregelung zur Wohnbebauung. Anmaßend fordert die Windlobby bei genehmigungsrechtlichen Unklarheiten künftig „im Zweifel für die Windenergie“ zu entscheiden. Zudem sollen die Ausnahme-Regeln des Naturschutzgesetzes dahingehend geändert werden, dass die Installation von Erneuerbare-Energie-Anlagen „im dringenden Klimaschutzinteresse und damit besonderem Naturschutzinteresse ein Ausnahmetatbestand im Sinne dieser Vorschrift ist.“

Es macht fassungslos, dass  »Naturschützer« in  maßgeblichen Verbänden Umweltzerstörung und  millionenfaches Vogelmassaker akzeptieren. Verständlich wird dieser Widerspruch erst, wenn man wirtschaftliche Verquickungen kennt. Verbal geht es um die gute Sache „klimaneutrale Windenergie“. Die darf nicht angetastet werden. „Wenn es nicht einen richtigen Wachstumsimpuls gibt, dann wird ganz Deutschland krachend scheitern mit dem Ziel, bis zum Jahr 2030 etwa 65 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien zu beziehen", warnt Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). Sollte das Ziel verfehlt werden, wären die Folgen für den Klimaschutz fatal, ergänzt er: „Wir alle steuern dann sehenden Auges auf eine Katastrophe bei unseren Anstrengungen für mehr Klimaschutz zu". Um was es ihm wie anderen Politikern und Anlagebauern in Wahrheit geht, erwähnt er in einem Nebensatz: „Der gesamten Windbranche droht ein Kollaps und unabsehbare Folgen für die Arbeitsplätze“. Im Klartext: Die Energiewende ist vor allem ein kostspieliges Arbeitsbeschaffungsprogramm, bei dem die naturzerstörerische Wirkung in Kauf genommen wird.

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  1. Franz Reischmann
    Erstellt 4. Oktober 2019 08:58 | Permanent-Link

    Diese sogenannte Energiewende mit den Windrädern ist das größte Verbrechen an Mensch und Tier seit dem zweiten Weltkrieg.

  2. Martin Weber
    Erstellt 6. Oktober 2019 17:44 | Permanent-Link

    Der Autor bleibt leider einen wesentlichen Punkt in seinem Artikel schuldig: Was ist sein Vorschlag, um die CO2 Emissionen des Energiesektors deutlich zu senken? Dass es nicht so weitergehen kann wie bisher, sollten ihm spätestens die letzten beiden Sommer ja auch verdeutlicht haben...

  3. Franz Reischmann
    Erstellt 7. Oktober 2019 09:51 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Weber,
    die Wahrheit ist leider eine andere. Die Klimaerwärmung in den letzten 170 Jahren beträgt laut Weltklimarat gerade ein mal 1,45 Grad.
    Der CO2 Anteil der BRD liegt bei 0,00038% das heißt der Anteil in der Welt von Deutschland beträgt gerade ein mal 0,000016%. Dafür mehr als 50 Milliarden und wir retten die Welt.

  4. Martin Weber
    Erstellt 7. Oktober 2019 14:51 | Permanent-Link

    Hr. Reischmann,
    ihre merkwürdigen Prozentzahlen kann ich nicht nachvollziehen. Genauso wenig erschließt sich mir, was Sie mit den 1,45 Grad zum Ausdruck bringen wollen!?

    Fakt ist:
    1. Eine globale Erwärmung des Klimas in so kurzer Zeit, wie wir sie seit Beginn der Industrialisierung sehen, hat es bisher nicht gegeben. Zufall? Darauf möchte ich nicht wetten!
    2. Extreme Wetterereignisse nehmen zweifellos stark zu.
    3. 98 Prozent der Wissenschaftler, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, sagen dass der Klimawandel menschengemacht ist und dass wir ein Problem haben, bzw. dass spätestens unsere Kinder ein Problem bekommen werden.
    4. Deutschland ist mit 2,3 Prozent Anteil am globalen CO2 Ausstoß der sechst größte CO2-Emittent der Welt. An der Weltbevölkerung hat Deutschland aber nur einen Anteil von ca. 1 Prozent. Es ist einfach eine Frage der Gerechtigkeit, dass Deutschland in Sachen Klimaschutz größtmögliche Anstrengungen unternimmt!
    Dazu kommt, dass wir CO2-intensive Schwerindustrie sowie die Textilindustrie und die Unterhaltungselektronikherstellung und vieles weitere nach China ausgelagert haben. Deren hoher CO2-Ausstoß wird unter anderem durch unseren Konsum verursacht!
    5. Der Verteidigungsetat Deutschlands beträgt allein im Jahr 2019 ca. 43 Mrd. Euro. Wollen Sie ihren Enkeln tatsächlich erzählen, dass Sie 50 Mrd. und damit nur ca. 115 Prozent dessen, was Deutschland jährlich für Waffen ausgibt, für zu viel fanden, um es in die Zukunft und einen intakten Planeten zu investieren?
    Deutschland rettet nicht allein die Welt. Aber jeder muss mit dem anfangen, was er beeinflussen kann!

  5. franz Reischmann
    Erstellt 8. Oktober 2019 14:36 | Permanent-Link

    Lieber Herr Weber,
    leider ist Fakt, was der Weltklimarat vergangene Woche in der Schweiz bei seiner Jahrestagung gesagt hat, und zwar ich wiederhole seit 1850 bis heute, also rund 170 Jahre, beträgt die Erwärmung der Erde 1,45 Grad. Sie schreiben 3,98 Prozent der Wissenschaftler sagen usw., Frage was ist mit dem Rest bis 100 % die sagen das Gegenteil. Aber leider wollen das die Gläubigen von der ach so schlauen Greta nicht wahrnehmen.

    Auch nimmt ja niemand war, das diese Dame fremdgesteuert ist und bereits mir der AG die Sie lenkt und leitet ein Vermögen von rund 24 MIO in der Schweiz hat, usw.
    Es ist leider nur feststellbar, das zu den großen Verlieren in unserem Land die Bauern gehören, die uns das ganze Leben gut und gesund ernährt haben. Was leider durch diese sogenannte EU auch nicht mehr gegeben ist.

  6. Martin Weber
    Erstellt 8. Oktober 2019 15:24 | Permanent-Link

    Es tut mir in der Tat leid. Allerdings in erster Linie, dass ich meine Zeit scheinbar damit verschwendet habe, einen Klimaleugner, ewig Gestrigen und Verschwörungstheoretiker mit Fakten zu überzeugen!
    Und da geht es wieder los: die armen armen Bauern sind die großen Opfer...
    Sie werden in der Tat Opfer sein. Allerdings im Gegensatz zu Ihrer Darstellung, die Opfer des fortschreitenden und unter anderem durch Massentierhaltung verursachten Klimawandels.

  7. franz Reischmann
    Erstellt 9. Oktober 2019 11:34 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Weber,
    das schreiben Ihre Freunde! Gründungsmitglied von Greenpeace.

    Hier ein Gründungsmitglied von Greenpeace zum Thema Klimawandel:
    https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/greenpeace-gruendungsmitglied-klimawandel-gibt-es-aber-er-ist-weder-menschengemacht-noch-eine-krise-a2824829.html#

    Ja, natürlich ist der Klimawandel real. Es gibt ihn seit Anbeginn der Zeit. Aber er ist weder gefährlich noch vom Menschen gemacht.“ Der Klimawandel sei ein völlig natürliches Phänomen und…
    Das war meine letzte Anmerkung zu diesem Thema vor allem durch Ihre Ausfälle!

  8. Ernst Friedrich Hahn
    Erstellt 9. Oktober 2019 14:47 | Permanent-Link

    Die geschredderte Hinterlassenschaft - wie von Hermannsen beschrieben - sowie die Auswirkung auf Natur u. Mensch durch Windräder ist noch gar nicht erforscht. Sogar Grüne, Natur- u Vogelschützer beschleicht oft Skepsis. Wir brauchen aber derzeit zur regenerativen "teilweisen Versorgungssicherheit" Strom aus Wind u. Sonne. Beide erzeugen Strom sporadisch, manchmal sogar zu viel. Leider stehen die einen bei Flaute, die anderen bei Nacht nutzlos herum. Versorgungsengpässe sind hausgemacht, weil bisher keine Speichermöglichkeit für "Überstrom" geschaffen wurde. Benötigter Netzausbau stagniert, wie der Bau des Berliner Flughafen. Grundlastversorgung erfolgt überwiegend noch aus laufenden Kohle- u. Atomkraftwerken, auch dank Nachbarländern. Jetzt will man Gaskraftwerke bauen! Bravo, Putin lässt grüßen.

    Biogasenergie ist ein Sonderfall. Fast eine Milliarde Menschen auf "unserer Erde" hungern u. sterben daran. Wir als Industrienation erlauben uns auf dem Feld wachsende Früchte durch den Auspuff u. Schlot zu jagen zur Energieerzeugung. Bravo. Kennzeichnend ist, dass Biogasler finanziell besser gestellt sind als ihre Kollegen die Nahrung erzeugen. Letzteres soll alles der CO2 Minderung dienen!? Konservierende Bodenbearbeitung würde in der EU 200 Mio. Tonnen CO2 einsparen. Aber das wird jetzt durch politische Vorgaben ausgebremst. (Pflanzenschutzmittel). Verträge der vor 20 Jahren erstellten Voltaikanlagen laufen demnächst aus. Wie geht es damit weiter? Ungeklärt! Solarkollektoren sind bereits nach 10 - 12 Jahren kaputt, trotz Wartung mit Solarmedium. Erneuerung ist sehr teuer! Alles diente dem Klimaschutz, waren aber gut gemeinte "Eintagsfliegen". Klimapolitische Zukunftsentscheidungen sind weltweit wichtig, müssen aber längerfristig funktionieren. Politische Schnellschüsse aus der Hüfte (Fokushima) haben uns, was die E-Versorgung anbelangt, übereilt Probleme gebracht u. gemacht.

    Wenn man jetzt zusätzlich, weil Jugendliche demonstrieren, unüberlegt populistisch Fakten festzurrt, werden große Probleme auf unsere Industrienation zukommen u. den sozialen Frieden sören. Jeder Politiker redet seinem Klientel nach dem Maul. Was derzeit geschieht, ist die Vergewaltigung einer Utopie.

  9. Franz Reischmann
    Erstellt 9. Oktober 2019 18:34 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Hahn,
    vielen Dank, dem ist nichts hinzuzufügen!
    Gruß
    F. Reischmann

  10. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 10. Oktober 2019 08:34 | Permanent-Link

    Lieber Herr Hermannsen, werte Herren Reischmann und Hahn, wenn die von Ihnen dargelegten Ansichten gedankliches Allgemeingut werden, müssten wir vor der Zukunft wirklich keine Ängste hegen!(?)

    In welcher Welt leben Sie: Wir Bauern erzeugen hier im Okzident ein Drittel Nahrungsmittelüberschuss, die niemand braucht, keiner wirklich haben will, ebenso jenseits des großen Teiches. Geht es wirklich vollkommen an Ihnen vorbei, dass die heutigen Bauern nicht mehr von dem leben können, was wir an Verkaufserlösen für unsere Erzeugnisse am Markt erzielen?

    Wenn man Ihre Gedankengänge also folgerichtig fortsetzt, so ist schon morgen mehr als die Hälfte der jetzigen Vollerwerbsbauern mithin vollkommen überflüssig.
    Stellen Sie sich also bitte einmal ernsthaft der Frage, wie armselig eine prinzipielle Grundhaltung doch ist, wenn 5-6 Mio. Hektar LN in Deutschland nicht für die Nahrungsmittelproduktion benötigt werden. Wir erzeugen spottbillig für den Export, was wir damit anrichten, lassen wir bewusst (!) zunächst einmal außen vor, das sprengte hier den zur Verfügung stehenden Rahmen!

    Wenn man ausschließlich reaktionären Denkstrukturen nachhängt, sollte man sich aber auch geistig damit auseinandersetzen wollen, was noch vor 3-4 Bauerngenerationen auf unseren Höfen einer Selbstverständlichkeit entsprach, niemand überhaupt in Frage stellte: Ein Drittel der Flächen wurde für die Energieproduktion benötigt! Schon vergessen? Wir Bauern waren also schon immer Energieproduzenten.

  11. franz reischmann
    Erstellt 10. Oktober 2019 15:54 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr EU-Bauer 1618,
    ich glaube, was mich betrifft gibt es hier ein Missverständnis. Ich bin vollkommen auf Ihrer Seite und kann dem nur zustimmen, was Sie geschrieben haben.
    Mfg. Franz Reischmann

  12. Ernst Friedrich Hahn
    Erstellt 11. Oktober 2019 08:54 | Permanent-Link

    Hallo, EU-Bauer Klaus 1618, der Artikel von Hermannsen befasste sich vorrangig mit dem Thema Energie (E-Energie) und nicht mit Landwirtschaft. Mir ging es darum, aufzuzeigen, welcher Kuddelmuddel uns seit Jahren von der Politik zu diesem Thema aufgetischt wird und wurde. Die "Wiederaufbereitungsanlage " läßt grüßen. Es waren doch wir Landwirte, die wegweisend Voltaik-, Solaranlagen u. NAWARO (z.B Ethanol) betrieben. Zukunftsängste, als Landwirt?! Was bleibt?! Da sind doch Politiker dabei, für ihre Zwecke die Landwirtschaft zu sozialisieren.

    Verbote, Gesetze, Papierflut u. EU-Wettbewerbsverzerrungen erreichen das sehr schnell. Spottbillige Lebensmittelproduzenten, wie sie schreiben. Wer will das? Und für wen und warum? Fragen Sie mal bei den Politikern nach! Bei den Klimapaketkosten, die jeden treffen werden, wo kann der Bürger Geld einsparen? Nur beim Kauf von Lebensmitteln! Leider!

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