Katja Bongardt über die Schüler der „Fridays for Future“

Zukunft findet in der Schule statt

Für Freitag, den 15. März, rufen die „Fridays for Future“ zur nächsten Demonstration gegen die Klimakrise auf. Hoffentlich gehen nur wenige hin.

Sind Eltern eigentlich froh, dass sich ihre Kinder fürs Klima engagieren, weil sie dann endlich einmal freiwillig das Internet verlassen?
Oder wie ist sonst das Tolerieren des Schuleschwänzens für die „Fridays for Future“-Demonstrationen zu erklären? Mittlerweile schlägt den Schülern, die fürs Klima streiken, einiges an Gegenwind entgegen. Das kann nicht schaden. Es trägt zur Erkenntnis bei, dass man sich die Erde nicht so bauen kann, wie einem das am besten passt. Das Computerspiel Minecraft, in dem viele Kinder begeistert über virtuelle Legosteine Welten erschaffen, lässt sich leider nicht 1:1 auf das echte Leben übertragen.

Sicherlich muss man mit Maximalforderungen wie dem Kohleausstieg kommen, um einen guten Kompromiss aushandeln zu können. Insofern haben die Klimaschüler mit ihren Freitags-Forderungen gezeigt, dass sie sich etwas strategisch Kluges von denjenigen, die hier schon länger auf der Welt unterwegs sind, abgeschaut haben. Leider stellen sie sich an anderen Stellen noch etwas ungeschickt an. Da sie ihre Demonstrationen auf einen Freitagvormittag gelegt haben, ist es für die Gegenseite ein Leichtes, einen Nebenkriegsschauplatz aufzumachen. Sämtliche, auch die berechtigten, Anliegen der Kinder können mit einem Totschlagargument zunichte gemacht werden, nämlich dass es ihnen nur ums Schuleschwänzen gehe. Und noch ein Fehler rückt die Sache in ein unglückliches Licht. Wenn Schüler fordern, dass sich die Erwachsenen an Abmachungen halten müssen, beispielsweise an das Pariser Klimaschutzabkommen, dann sollten sie mit gutem Beispiel vorangehen und sich ebenfalls an die Regeln halten. Eine Regel lautet: Es herrscht Schulpflicht.


Manche Schulen haben mittlerweile die Eltern informiert, dass sie das Schwänzen nicht weiter hinnehmen werden. Das ist richtig. Denn statt in den Bildungsstreik zu treten, sollten der Freitagmorgen und jeder andere Schultag für guten Unterricht genutzt werden. Bildung hilft beispielsweise gegen Fake News. Und noch etwas: Demonstrationen außerhalb der Schulzeit würden den Anliegen der Schüler ein ganz neues Gewicht geben.

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  1. Ewald Wieben
    Erstellt 15. März 2019 11:41 | Permanent-Link

    Mich wundert nur dass Schulen, Eltern und Politiker seit Jahrzehnten den teilweise massiven Ausfall von Unterricht wegen Lehrermangel und fehlende Finanzierung hinnehmen. Da ist der Wille um Besserung nicht erkennbar.

  2. D. Seiler
    Erstellt 15. März 2019 21:50 | Permanent-Link

    Ewald Wieben - was hat das damit zu tun? Man kanns aber auch umgekehrt sehen. Es fällt auch so schon genug Unterricht aus, da müssen die Schüler nicht auch noch schwänzen.

  3. Katja Bongardt
    Erstellt 17. März 2019 13:23 | Permanent-Link

    donnerstags for Frieden, mittwoch*innen for Divers, dienstags for Tiere und montags for Mutti - auch alles Bereiche, ohne die es keine Zukunft gibt.

  4. Ewald Wieben
    Erstellt 17. März 2019 17:14 | Permanent-Link

    Unterichtsausfall wegen fehlender Lehrer: egal.
    wegen fehlender Finanzierung: egal,
    wegen Demo zur Rettung des Klimas: das geht ja wohl gar nicht. Wegen so einem Mist kann ja wohl nicht die Schule ausfallen.
    Liebe Frau Bongardt, mir ist nicht bekannt, dass wegen, den von Ihnen angeführten Themen jemals eine Stunde ausgefallen wäre oder in Zukunft eine ausfallen wird

  5. Höper Ahrend
    Erstellt 19. März 2019 11:47 | Permanent-Link

    Die Tatsache ist, dass GRETA aus Schweden nur als Mittel zum Zweck von ihrer Familie instrumentalisiert wird. Es ist ganz bestimmt nicht ihre Idee! Siehe infos zu Gretas Dynastie!
    https://www.youtube.com/watch?v=aSHa7NA7wK0

  6. Eberhard Hepp
    Erstellt 24. März 2019 12:54 | Permanent-Link

    Wir haben Landwirtschaft mit Schweinehaltung. Zur Zeit haben wir drei Azubis. Auch Praktikanten von der Uni zum Praktikum. Allen stelle ich meine Prüfungsfrage: In den Mischer für das Schweinefutter gehen 1500 kg. Davon sind 20% Sojaschrot. Wieviel Soja muss in den Mischer? Natürlich ausrechnen im Kopf, ohne Hilfsmittel! Die sind alle wie vor den Kopf gestoßen. Auch die Praktikanten von der Uni, mit Abitur. Man muss denen erklären wie man zu 10% kommt.
    Armes Bildungssystem!!

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