Katja Bongardt über technischen Fortschritt

Trifft der Algorithmus die richtige Entscheidung?

Sie heißen Maizerunners, Carbonite und Beteigeuze. Und sie erledigen Aufgaben, die für jeden Ackerbauern banal klingen: Spur halten, Unkraut erkennen und hacken, wenden. Einem Roboter das einzuprogrammieren, ist aber alles andere als banal.

Das zeigte mal wieder der Field Robot Event in diesem Jahr auf den DLG-Feldtagen in Bernburg. Hemmunglos rasierte der eine durch den Mais, während der andere die Unkräuter lieber ignorierte oder ein dritter gar nicht erst losfuhr. Günstigerweise hat es nicht angefangen zu regnen und es lagen auch keine groben Klumpen in der Reihe.

Man kann es putzig finden auf Menschen zu treffen, die man von ihrem Aussehen her eher in virtuellen Räumen als auf weiter Flur erwartet. Man kann sie amüsiert beobachten, wie sie mit ihren empfindlichen Laptops im staubigen Feld arbeiten. Und sich dann bestätigt fühlen, wenn der kleine Roboter tumb vor und zurück fährt, vor und zurück und die Spur nicht mehr findet, bis die Zeit abgelaufen ist, weil der Algorithmus die falsche Entscheidung trifft.

Doch allein die Tatsache, dass namhafte Unternehmen wie Claas, Amazone oder der niederländische Pflanzenschutztechniker Agrifac den internationalen Studentenwettbewerb sponsorn, zeigt, dass manche Unternehmer hier schon die Zukunft arbeiten sehen. Und wer ganz weit nach vorne schaut, kann sich sogar vorstellen, dass dieser technische Fortschritt enorm zur Lösung heutiger Probleme beitragen wird. Bio-Zucker, der ohne Pflanzenschutzmitteleinsatz produziert wurde, weil der Roboter das Hacken übernommen hat, verkauft sich vermutlich gut. Und nebenbei hat der kleine Helfer auch noch ordentlich etwas fürs Bauern-Image getan.

Auch die Befürchtung, dass die Maschine dem Menschen die Arbeit wegnehmen wird, ist angesichts des Ideen-, Programmier-, Wartungs- und Neuerfindungsaufwands, den autonome Lösungen in der lebendigen Natur erfordern, zu vernachlässigen. Ganz im Gegenteil entstehen hier gerade enorme neue Beschäftigungsfelder. Und ganz ehrlich: Zeigen Sie mir irgendjemanden, der das Rübenhacken vermisst.

Die Frage ist also nicht mehr ob, der sondern nur noch wann der Algorithmus die richtigen Entscheidungn trifft.



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