Katja Bongardt über Tier- und Menschenrechte

Respekt

Tierrechtler schützen Tiere. Das ist legitim. Im Fall Schulze Föcking fragt man sich aber: Was zählt noch der Mensch?

Die jahrtausendalte nutzenorientierte Beziehung zwischen Mensch und Tier hat in den vergangenen Jahren einschneidende Veränderungen erlebt. Seit 15 Jahren haben Tiere Rechte. „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung ...“

Mit diesem Satz ist der Tierschutz im Grundgesetz verankert - neben Sätzen wie in Artikel 3 „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Der veränderte Blick auf Tiere hat Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir mit ihnen umgehen. Das ist gut so. Jedes Lebewesen hat Anspruch auf eine angemessene und respektvolle Behandlung. 

Schaut man sich allerdings an, wie die NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking aktuell behandelt wird, stellt sich die Frage, ob jetzt mit Hilfe des Etiketts "Tierrecht" sämtliche Hemmungen fallen dürfen. Noch ist nicht klar, wer für den Hacker-Angriff auf den Fernseher von Schulze Föcking verantwortlich ist. Da aber Bilder aus dem NRW-Landtag auf der Mattscheibe der Ministerin erschienen, in denen die Schweinemast der Familie ein Thema war, Tierrechtler heimlich im Stall ihrer Familie gefilmt hatten und von Bedrohungen der Ministerin auf den Sozialen Netzwerken durch Tierrechtler berichtet wird, liegt die Vermutung nahe, dass Tierschützer hinter dem Angriff auf die Privtspäre der Ministerin stecken.

Urteile wie das des Naumburger Oberlandesgerichts senden zwei Signale aus. Zum einen: Wenn Behörden offensichtlich versagen und Misshandlungen von Tieren nicht abgestellt werden, heiligt der Zweck die Mittel. Dann darf Hausfriedensbruch begangen werden. Leider scheint das Naumburger Urteil aber auch ein weiteres fatales Signal auszusenden: dass im Namen des Tieres plötzlich alles erlaubt ist  - bis hin zu  Psychoterror und Missbrauch persönlicher Daten. 

Dabei geht der Respekt gegenüber den Mitmenschen verloren. Und das ist einfach nur eins: menschenverachtend.


Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats