Katja Bongardt vermisst die Landwirtschaftsministerin

Klöckner könnte mal auf der Hitzewelle surfen

Nein, man kann sich nicht um alles kümmern. Bienen, Ackerbaustrategie, Digitalisierung - Julia Klöckner hat seit Amtsantritt viele Themen besetzt. Doch wenn es ans Eingemachte geht, hält sie sich vornehm zurück.

Oder wie sonst ist es zu erklären, dass sich die Landwirtschaftsministerin bisher nicht bei einem einzigen dürregeplagten Landwirt blicken lässt? Dabei lässt die Branche schon seit Wochen Rauchzeichen aufsteigen was das Zeug hält - im wahrsten Wortsinne. Von Mecklenburg-Vorpommern über Niedersachsen bis nach Thüringen mäandern die täglichen Katastrophenmeldungen durch die Republik, auch Feldbrände sind dabei. 

In der vergangenen Woche hatte der Bauernverband vor immer häufiger werdenden Ertragsausfällen "von existenzbedrohenden Ausmaßen" gewarnt. Und als ob das nicht an Eskalation schon genug wäre, musste selbst die Kanzlerin der Landwirtschaftsministerin in Sachen Öffentlichkeitsarbeit noch eine Lektion erteilen. Angela Merkel besuchte in Zeiten höchster Erntenot einen Bauernhof. Nun ja. Ein Tête-à-Tête auf einem Milchviehbetrieb mit dem Kälbchen Wirbelwind ist nicht unbedingt das, was Bauern, deren Felder vertrocknen, erwarten. Aber immerhin. Wenigstens die Branche stimmte. Merkel hätte ja auch einen Autobauern besuchen können.

Merkel löst ein Wahlversprechen ein: Ein Besuch beim Milchviehbetrieb der Familie Trede in Nienborstel, einschließlich Kälbchentaufe. Der Zeitpunkt allerdings ist unglücklich gewählt.
Foto: Twitter
Merkel löst ein Wahlversprechen ein: Ein Besuch beim Milchviehbetrieb der Familie Trede in Nienborstel, einschließlich Kälbchentaufe. Der Zeitpunkt allerdings ist unglücklich gewählt.

Die Kost für die zuständige Ministerin Klöckner ist allerdings etwas schwerer verdaulich als ein Glas Milch bei einem Bauernhofbesuch. Gewinnglättung, Katastrophenhilfe, steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, staatliche Ernteversicherung - die Liste an möglichen Maßnahmen, um akute oder strukturelle Problem der Landwirtschaft anzugehen, ist lang. Momentan - so scheint es - regiert aber nur die gnadenlose Dürre. Die Landwirte hätten jetzt gerne mal ein paar Antworten.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. B. Engel
    Erstellt 27. Juli 2018 15:02 | Permanent-Link

    Blöde Bemerkung von K. B. Erstmal sind die Länderminister dran. Denen muss erstmal Dampf gemacht werden ob der miesen Situation der Bauern und Waldbauern. Zeichen setzen zumindest weg von Bürokratie

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