Olaf Deininger zum Bio-Markt

Warum sich richtig hinschauen einfach lohnt

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Die Verbraucher im Land müssen sparen. Nun behaupten viele, die Kunden würden von Bio zu Konventionell wechseln. Doch das trifft nicht zu.

Alles wird teurer. Und zwar gleich in Riesensprüngen nach oben. Das gilt vor allem auch für solche Produkte, deren Kosten man als privater Haushalt bislang kaum wahrgenommen hat. Strom etwa. Oder Grundnahrungsmittel wie Brot. Das alles ändert sich nun und viele Verbraucher überlegen, wie sie möglichst viele Ausgaben vermeiden können. US-Marktforscher berichten, dass die Menschen nicht nur nach preiswerteren Produkten im Regal suchen. Sie wechseln auch von den mittelpreisigen Supermärkten zu den billigeren Discountern.

Manche Experten behaupten sogar, dass es nun eine Wanderungsbewegung gäbe: Weg von den vermeintlich teuren Bio-Produkten hin zu den preiswerteren konventionellen Produkten. Einige rufen sogar gleich das Ende der Bio-Booms aus. Einen Einbruch des Verkauf von Bio-Produkten zu unterstellen, das scheint plausibel. Doch nur auf den ersten Blick. Denn valide Marktforschungszahlen stützen diese Annahme nicht. Eher im Gegenteil. Der gesamte Bio-Markt hat im Augenblick ein deutliches Plus gegenüber der Vor-Corona-Zeit, melden die Bio-Verbände. Im Discount steigen die Bio-Umsätze im ersten Halbjahr 2022 sogar deutlich gegenüber dem Vorjahr. Das stützt zwar die These, dass die Menschen sparen. Die Behauptung, die Verbraucher würden von Bio abwandern, belegt es nicht. Außerdem hat sich das Preis-Niveau von ‚Konventionell‘ und ‚Bio‘ über die letzten Jahre stark angeglichen. Bio bleibt also stark.

Die Verbraucher verlangen auch weiter danach. Wen es im Augenblick trifft – und das ist mehr als bedauerlich – sind mal wieder die kleinen Läden. Die verzeichnen aktuell mehr Umsatzrückgang als die Bio-Ketten. Bleibt die Frage, ob es in bestimmten Gruppen nicht auch ein wenig Wunschdenken ist – die Vorstellung vom Öko-Niedergang.

 

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