Olaf Schultz über den Trend zum Home Office

Schub für die Arbeitswelt


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Wie alles im Leben hat auch die momentane Corona-Krise ihre zwei Seiten. Der durch den Ausbruch des Virus herrschende Ausnahmezustand könnte den Trend zum Arbeiten in den eigenen vier Wänden verstärken.

Wie alles im Leben hat auch die momentane Corona-Krise ihre zwei Seiten. Rund um den Globus sind Menschen verunsichert oder gar verängstigt. Das tägliche Leben ist davon zunehmend geprägt. Veranstaltungen jedweder Art werden abgesagt oder verschoben – wie für die Agrarbranche unlängst die Prager Karlsbörse, die Börse Oldenburg-Bremen und zuletzt die traditionelle LVD Hausmesse des Landtechnikspezialisten Krone in Spelle, die im vorigen Jahr etwa 35.000 Besucher zählte. Firmen weltweit sehen sich zunehmend mit Engpässen, Nachfragerückgängen und auseinanderdriftenden Lieferketten konfrontiert, was für die dunkle Seite steht.  

Auch wenn es makaber anmutet: Bei all der berechtigten Sorge hat das Ereignis rund um Covid-19 tatsächlich auch etwas zu bieten, was in diesem Zusammenhang als ‚positiv bemerkenswert‘ hervorzuheben ist – abgesehen vom Ölpreis, der uns Normalverbrauchern an den Zapfsäulen mit Blick auf die Geldbörse gerade eher zu Freudentränen rührt. Der durch den Ausbruch des Virus herrschende Ausnahmezustand könnte den Trend zum mobilen Arbeiten verstärken und insbesondere Home-Office quasi salonfähig machen. Denn – so ist in diesen Tagen zu hören und zu lesen – Home-Office funktioniert in der Praxis. Übrigens: Landwirten dürfte diese Erkenntnis eher ein müdes Lächeln wert sein; gehört jene Art und Weise des Wirtschaftens doch zu ihrem täglich Brot.    

Vor allem die junge Generation preist die Vorteile des Arbeitens von zu Hause im digitalen Zeitalter, vor allem wegen der Zeitersparnis für Pendler. Hinzu kommt nicht zuletzt der Aspekt Nachhaltigkeit, sprich, der „Greta-Effekt“ durch das Einsparen von Treibhausgasen.

Nun schafft die Corona-Krise quasi über Nacht neue Fakten. Notgedrungen muss Home-Office den Beweis antreten, dass es möglich ist, ein Unternehmen vom heimischen Schreibtisch aus zu führen. So etwa zu Wochenbeginn die in Frankfurt ansässige Europäische Zentralbank (EZB), die mit Tausenden Mitarbeitern Home-Office als Notfallplan testete; dem Vernehmen nach erfolgreich. Selbstverständlich müssen die nötigen technischen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen sein, um so ein Fazit ziehen zu können. In dieser Hinsicht dürften Firmen, für die Heimarbeit ihrer Mitarbeiter bereits gang und gäbe ist, in Corona-Zeiten heilfroh sein. Sie können ihren Mitarbeitern ad hoc empfehlen – oder sie im Ernstfall anweisen –, daheim zu arbeiten.

Aber: Unter dem Strich fehlt dem Homeoffice etwas sehr Elementares: der persönliche Kontakt und Austausch mit den Kollegen.  Momentan ist insbesondere dies angesichts der Corona-Gegebenheiten nicht gewollt. Aber es gibt eine Zeit danach. Und dann werden die Unternehmen Home-Office sicher unter neuen Gesichtspunkten auf ihre Agenda nehmen – Corona sei Dank.

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