Olaf Schultz zu Agrarmessen unter Corona

Präsenz und Digital im intelligenten Doppel

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Corona sorgt in der Messelandschaft für einschneidende Veränderungen. Auch das systemrelevante Agrarbusiness muss auf die neuen Rahmenbedingungen reagieren und völlig neue Ausstellungskonzepte für ‚heute und morgen‘ aus dem Boden stampfen.

Das Virus hat einen langen Atem. Spätestens mit der Absage von John Deere an die Agritechnica im November wegen Covid-19 wird klar, dass für die Highlights der Agrarbranche nichts mehr so sein wird wie vor der Pandemie. Die neue Ära für die Messeplaner der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) begann kürzlich mit der Eurotier/Energy Decentral, die erstmals digital gestemmt wurde. In dieser Woche folgte die Biofach mit ihrem Online-Auftritt, der Kernaspekte zum Ökolandbau mit begleitendem Kongress in die digitale Welt transferierte.


Die Erwartungen an die Veranstaltungen im Netz sind hoch. Sowohl für Besucher als auch Organisatoren ist der virtuelle Auftritt Neuland. Ob mehr als 41.000 Teilnehmer rund um den Globus, die sich an den vier Messetagen auf der Digital-Plattform der virtuellen Eurotier einwählten, viel sind oder wenig, sei dahingestellt. Die DLG spricht jedenfalls von einer „gelungenen Premiere“.


Erste Erkenntnisse aus den neuen Messeformaten zeichnen sich ab: Das persönliche Erlebnis und die Emotionen des physischen Austausches können digital nicht ersetzt werden. Das ist auch nicht der Anspruch der digitalen Messe. Vielmehr sollte sie langfristig die klassische Begegnung vor Ort ergänzen. Hybridmessen mit einem starken Standbein in den Messehallen gehört die Zukunft. Aber Teile werden unwiderruflich ins Netz abwandern. Die DLG hat dies mit dem Agritechnica-Konzept 2021 verstanden. Bereits im Mai geht das Event mit einer digitalen Plattform an den Start und wird Interessierte auf die Messe in Hannover vorbereiten.

 

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