René Schaal zum Förderpreis der Agrarwirtschaft

Der landwirtschaftliche Nachwuchs verdient mehr Aufmerksamkeit

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Das Landleben scheint für junge Menschen immer mehr an Attraktivität zu verlieren. Die Gründe dafür sind vielfältig.

So sind die Rufe nach einer besseren Infrastruktur im ländlichen Raum sowie nach vielfältigeren Kultur- und Bildungsangeboten nicht neu, aber bislang weitgehend ungehört. Die Großstädte bieten dagegen genau dies. Wer nach einem erfolgreichen Studienabschluss in Agrarwissenschaften eine lukrative Karriere an der Hochschule, in der Industrie oder im Handel der Übernahme des elterlichen Hofs vorzieht, erntet meist Unverständnis.

Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen diese vermeintlichen schwarzen Schafe von der Familie mal flugs aus dem Testament gestrichen wurden. Auf den Höfen schwelt dennoch ein Generationenkonflikt. Die älteren Semester scheinen häufig immer noch der Auffassung zu sein, dass man sich Wohlstand nur mit harter körperlicher Arbeit verdienen kann. Etwas geleistet hat, wer kurz vor Sonnenuntergang schweißgebadet, schmutzübersät und mit gekrümmtem Rücken vom Acker nach Hause kommt. Wenn die Digital Natives im Sinne der Work-Life-Balance dagegen lieber ihren Ernteroboter von der Veranda fernsteuern, sollte man es ihnen nicht verübeln, sondern ihnen dagegen zu ihrer Modernität und Innovationskraft gratulieren.


Wie groß diese ist, zeigt sich alljährlich bei der Verleihung des Förderpreises der Agrarwirtschaft, der von der agrarzeitung zusammen mit Partnern und Sponsoren vergeben wird. Jetzt hat der Bewerbungszeitraum für den diesjährigen Preis begonnen. Ein Rückblick auf die vergangenen Preisträger macht klar: Der landwirtschaftliche Nachwuchs verdient mehr Aufmerksamkeit. Innovationskraft muss jedoch nicht nur wahrgenommen, sondern auch honoriert und gefördert werden. Dafür ist es notwendig, dass auch bei dem einen oder anderen Betonkopf ein Umdenken einsetzt. Die Jugendlichen von heute sind die Landwirte von morgen.

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