Steffen Bach zur Ausstiegsprämie

Den Umbau voranbringen

SB
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Die Rufe nach einer Ausstiegsprämie für Schweinehalter werden lauter. Bei der Verteilung der Mittel ist Vorsicht geboten.

Die Ausstiegsprämie könnte – richtig angewendet – nicht nur einen Weg aus der aktuellen Preismisere weisen, sondern auch dem von der Gesellschaft gewünschten Umbau der Tierhaltung neuen Schub geben. Entscheidend wird dabei sein, die Zahlungen möglichst zielgenau einzusetzen. So sollte der Ausstieg aus der Sauenhaltung nicht gefördert werden, denn in Deutschland gibt es schon lange ein viel zu großes Ferkeldefizit. Und bei den Mästern dürfen nur Betriebe aus Regionen mit einer (zu) hohen Viehdichte unterstützt werden.

Im westlichen Niedersachsen und in Westfalen werden in einigen Landkreisen mehr Schweine gehalten als in den meisten Bundesländern. Durch die strengeren Regeln im Düngerecht stehen die Mäster dort ohnehin vor großen Problemen. Niedrige Preise und die Forderung nach mehr Tierwohl verschärfen die Krise weiter. Im Nordwesten ist es zudem kaum möglich, dass alle Betriebe ihre Ställe tierwohlgerecht umbauen. Mehrere Hunderttausend Schweine an Dutzenden Standorten rund um eine Stadt wie Damme lassen sich nicht in Ställen mit Zugang ins Freie unterbringen, denn die Geruchsbelästigung für die Anwohner wäre kaum zu ertragen. Sinnvoll ist deshalb eine gestaffelte Ausstiegsprämie. Dort, wo die Schweinedichte am größten ist, müssen die höchsten finanziellen Anreize geboten werden.
 
Andererseits sollten die Landwirte in Regionen, in denen schon heute kaum noch Schweine gehalten werden, durch höhere Zuschüsse für den tierwohlgerechten Umbau der Ställe motiviert werden, die Produktion fortzusetzen. So könnte man dem näherkommen, was politisch gewünscht ist: eine flächengebundene Tierhaltung mit regionaler Erzeugung und mehr Tierwohl.
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