Steffen Bach zur Lage in den Schlachthöfen

Unhaltbare Zustände drohen


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In den Schweineställen zeichnen sich Dramen ab. Die Politik kann sich davor nicht einfach wegducken.

Die zweite Coronawelle trifft die Schweinebranche in Deutschland mit voller Wucht. Weil schon seit Monaten nur mit gedrosselten Kapazitäten geschlachtet wird, stauen sich in den Ställen immer mehr Tiere. Die Verantwortlichen in den Landkreisen haben anscheinend nur eines im Sinn: Sie wollen Corona-Infektionen in ihrem Verantwortungsbereich niedrig halten, um lokale Lockdowns zu verhindern. Auf steigende Infektionszahlen im Schlachthof Sögel reagierte der Landrat im Emsland deshalb rigoros mit einer dreiwöchigen Schließung. Die sich abzeichnenden Dramen in den Schweineställen werden dabei verdrängt. Die Schlachtgewichte sind in Deutschland in den vergangenen Wochen bereits gestiegen. Wegen der Hygieneauflagen laufen die Schlachtbänder langsamer. Zudem herrscht Personalmangel. Wegen des geplanten Verbots von Werkverträgen wandern Leiharbeiter, die keine Festanstellung anstreben, in andere Branchen ab.

Politiker und Verwaltungen von den Landkreisen bis zur Bundesebene sind in den vergangenen Monaten mit harten Bandagen gegen Missstände in der Fleischwirtschaft vorgegangen. Nun müssen sich die Verantwortlichen fragen, ob sie die Branche reformieren oder zerstören wollen. Sollte der harte Kurs weitergefahren werden, drohen unhaltbare Zustände in den Ställen. Notwendig sind nun abgewogene Entscheidungen, mit denen die Corona-Pandemie eingedämmt wird, ohne dass ein ganzer Wirtschaftszweig in den Ruin getrieben wird.

2 Kommentare

  1. Latyrus
    Erstellt 13. Oktober 2020 09:18 | Permanent-Link

    Warum wird dann trotzdem weiter inseminiert?

  2. Rosi Brase
    Erstellt 14. Oktober 2020 00:36 | Permanent-Link

    Sehr gute Frage!!!

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