Horst Hermannsen zur Windkraft-Politik in Bayern

Windige Koalition

az

In Bayern gibt es eine extrem große Koalition aus CSU, Freie Wähler, Grüne und SPD. Sie mimt Einigkeit beim Ausbau der Windenergie und damit verbunden den Angriff auf die Artenvielfalt.

Es liegt auf der Hand: Union und Grüne wollen (müssen) künftig zusammen regieren, deshalb der verbale Schulterschluss. Die kleine Splitterpartei SPD möchte irgendwie im Freistaat wieder wahrgenommen werden. Sie plädiert für den Wegfall der Abstandsregelung von Windrädern zur Wohnbebauung, der sogenannten 10-H-Regelung, und damit für die Destruktion des Staatswaldes; dafür erhält sie Beifall von den Grünen. Die wiederum nehmen eine Zerstörung von Wald und Fauna in Kauf, „um Bäume vor dem Klimawandel zu retten“.

Die Freien Wähler dürfen nicht fehlen. Schließlich stellen sie mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger die skurrilste Figur im bayerischen Kabinett. Der hat „Windkümmerer“ ernannt, die willigen Gemeinden bei schwierigen Genehmigungsverfahren zur Seite stehen. Widerstand der Bevölkerung lässt sich dabei mit Bestechung brechen, die mit dem anmutigen Begriff „Bürgerbeteiligung“ pekuniär geschmückt wird.

Im Moment freilich zeigen Anlagen zur Erzeugung des angeblich sauberen Stroms ihre Schwächen. Fotovoltaikanlagen, die sich sonst nur des Nachts inaktiv zeigen, sind unter einer Schneedecke derzeit auch tagsüber unbrauchbar. Auch Windräder drehen sich nicht bei Flaute.
  1. EU-BAUER Klaus1618
    Erstellt 12. Februar 2021 09:26 | Permanent-Link

    Lieber Herr Hermannsen, eines muss man Ihnen lassen - Sie sind wahrlich kein Wendehals, Sie bleiben Ihrer Linie absolut treu. :-) Insofern überrascht es nicht wirklich, dass Sie mit obiger Listung alleinig die Nachteile von Windkraft- und Solarenergie zu skizzieren wissen beim dringend notwendigen Ausstieg aus dem Atom- und Karbonzeitalter. Unsere Biogasanlagen haben Sie dabei geflissentlich vergessen! - Absicht!?

    Ihre Kritik ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen, sprichwörtlich hat jede Sonnen- auch ihre Schattenseite.

    Die Dynamik, die sich u.a. mit der gegenwärtigen Elektrifizierung unseres Individualverkehrs rasant entwickelt, haben Sie augenscheinlich in der eigentlichen Dimension noch nicht erfasst. Selbst ein US-Schwergewicht -GM- stellt demnächst den Bau von Verbrennern ein. Es stehen mit der E-Mobilität künftig mobile Speicher en masse zur Verfügung, wo aktuell der Rückfluss vom Speicherstrom ins heimische Netz schlecht umgesetzt wird. Das ist aber nur noch eine Frage der Zeit, dem irrwitzig „langen Atem“ vieler penetranter Verhinderer geschuldet.

    Die Infrastruktur der Ladestellen soll in Gesetz gegossen werden, jeder künftige Wohn- und Gewerbeneubau soll künftig diese Struktur errichten. Sinnvoll investiertes Geld, weitaus sinnvoller als in "Nord Stream 2" angelegt, denn ersteres ist unser aller Zukunft.

    Um die Reichweiten bei der Elektrifizierung des Individualverkehrs maßgeblich zu vergrößern -das größte Akzeptanzproblem dato im Generellen noch- gäbe es eine ganz simple Lösung: Warum bedient man sich nicht der Anhängertechnologie!? Wer ist hier der größte Bremsklotz!? Ein randständig kleiner aber feiner Hinweis: Die Batteriezellen könnten somit problemlos mittels dieser genialen Technik an den PKW einfach angehängt werden. Eben solche Batteriezellen wären „kostengünstig“, weil man hier standardisierte Einheitsgrößen verwenden könnte.

    Als Ergänzung bzw. Komplettierung unserer Verbrennungstechnologie stünden unsere Pflanzenöle vom Acker in fast unvorstellbaren Mengen zur Verfügung. Insbesondere, wenn die von Ihnen beschriebenen Wetterlagen „hausen“ kommt die Zeit der Kraftwärmekopplung, weil man damit den immensen Wärmebedarf im Verbund mit einer hohen Stromerzeugung genial verbinden kann. Bitte nicht behaupten, diese Technologie sei noch nicht ausgereift! Das wäre unwahr, sie stösst allerdings immer wieder auf eine brutale Verhinderungspolitik, leider! Jeder Idealist, der sich auf Seiten dieser KWK-Technologie positioniert, weiß hiervon sein Klageliedlein zu singen. Man muss schon ein großer Idealist sein, um hier nicht die Segeln streichen zu wollen. - Lieber Herr Hermannsen, ich selbst bin ein solches Exemplar!!! ;-)

    Nun, ich habe Ihnen jetzt aufgezeigt, wie sich der Kreis sinnvoll schließen ließe, um den Hoffnungsstrahl am Energiehimmel hell erleuchten zu lassen. Hoffentlich erwärmt dieser sprichwörtlich auch Ihr leidenschaftliches Journalistenherz. - Enthusiastische Kämpfer wie Sie es sind, würden wir Bauern an unserer Seite sehr dringend benötigen!!!

    Übrigens, in Ergänzung zum Schluss: Eine weitere Energiequelle vom Acker wäre die thermische Verwertung von Getreide, das sämtliche Erzeugerpreiskonstellationen derzeit allenfalls zu ruinieren weiß. Bei einer solchen Verwertung könnte man auch die extrem geißelnden „Einheitsbedingungen des Deutschen Getreidehandels“ komplett außen vor lassen, schließlich juckt es keinen einzigen Ofen, was er schluckt. Hackschnitzel- und Pelletofen, die wie Pilze, landauf - landab, gerade förmlichst aus dem Boden schießen; womit soll man diese befeuern, wenn unsere Wälder erst einmal leer geräumt bzw. weit schlimmer, vertrocknet sind!? Bis ein neuer Baum heranwächst, vergehen nun einmal doch einige Jahre, weit realistischer sogar Jahrzehnte...

stats