Abgeber rufen hohe Preise für Raps auf


Die Nachfrage nach Rapssaat ist derzeit bescheiden. Importe werden im kommenden Jahr benötigt. Für die Termine ab Januar 2013 ist es derzeit für Ölmühlen schwierig, Saat zu kaufen. Die Abgeber von Raps verlangen zum Teil hohe Prämien auf die Matifnotierungen, so dass Ölmühlen passen müssen.

Angesichts der leichten Schwächetendenz, die sich seit Wochenanfang an der Matif in Paris abzeichnet, sind Einkäufer noch weniger gewillt, Ware zu kaufen. Zur Mittagszeit notiert der Februar-Kontrakt für Raps um 3,00 auf 472,50 €/t schwächer als am Vortag.

Im Süden und Westen Deutschland berichten Marktteilnehmer von einer schwachen Nachfrage der Biodieselindustrie nach Pflanzenölen. "Es ist für uns extrem schwierig, Öl an die Industrie abzusetzen", so ein Händler. Er verweist auf die kaum gefüllten Auftragsbücher im 1. Halbjahr 2013. Bisher haben die Biodieselhersteller nur sehr wenig Öl gekauft.

Einziger Trost für die derzeit noch produzierenden Ölmühlen ist das florierende Rapsschrotgeschäft. Eine große Nachfrage stößt auf ein begrenztes Angebot. So hat in der vergangenen Woche die Bio-Ölwerk Magdeburg GmbH bis auf Weiteres Lieferengpässe für Rapsschrot angekündigt.

Spätestens im Frühjahr 2013 wird die EU-Rapsproduktion aufgebraucht sein, erwarten Marktbeobachter. Schon jetzt werden die Fühler nach Einfuhren aus Australien ausgestreckt. Doch deutet sich auf der Südhalbkugel eine geringere Ernte an. Zudem hat China schon sehr viel Raps auf dem Weltmarkt eingekauft. Auch aus Großbritannien und der Ukraine sind wesentlich weniger Raps geliefert worden, als in den Vorjahren. 

Nur zögerend werden die Kaufwünsche der Mühlen aktuell erfüllt. Entgegen der Ankündigungen, die Mühlenbetriebe seien bis Weihnachten gut versorgt, kommt es nun doch täglich zu Anfragen, Weizen zu kaufen. Damit setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Preis für Weizen auch im kommenden Frühjahr seine feste Tendenz behalten dürfte.

Die Mühlen sind auch bereit, Qualitätsweizen zu kaufen, allerdings bezahlt wird auf dem Niveau von Brotweizen, der heute am Hamburger Markt mit 282,00 €/t aufgerufen wird. An der Matif nähert sich Weizen für den Frontmonat Januar 2013 mit 269,50 €/t wieder der 470-Euro-Marke. (da)


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