Absatz in Nordafrika neu gemischt

Die Weizenernten in Nordafrika fallen völlig unterschiedlich aus. Entsprechend verschiebt sich die Importnachfrage in der für EU-Länder wichtigen Region.

Viel Weizen gedroschen haben in diesem Jahr Landwirte in Algerien und Tunesien. Dagegen fällt die Ernte in Marokko klein aus, berichtet der Internationale Getreiderat IGC. Er rechnet für ganz Nordafrika mit etwa 3 Prozent weniger Weizen als im Vorjahr. Völlig unterschiedlich sind jedoch die Ergebnisse in den einzelnen Ländern. Die Spanne reicht im Jahresvergleich von minus 40 Prozent in Marokko bis plus 43 Prozent in Algerien. Die ägyptische Weizenernte ist etwa unverändert.

Der IGC erwartet, dass in der gesamten Region die Weizenimporte in dieser Saison etwa um 5 Prozent kleiner ausgefallen werden als im Vorjahr. Hauptgrund ist, dass Ägypten weniger Weizen am Weltmarkt kaufen wird. Das größte Importland der Region hatte sich 2011/12 umfangreich am Schwarzen Meer eingedeckt, vor allem in Russland.

In diesem Jahr war die Kairoer Einkaufsagentur GASC zwar mit ersten Einfuhrtendern am Markt, aber die Abschlüsse sind wesentlich kleiner als im Sommer 2011. Vor einem Jahr hatte Russland bis Ende August bereits 1,7 Mio. t Weizen nach Ägypten verkauft. In diesem Jahr sind es bislang erst 240.000 t gewesen. Hinzu kommen jeweils 60.000 t aus der Ukraine und aus Rumänien.

Für den zweitwichtigsten Absatzmarkt Algerien rechnet der IGC mit einem Rückgang der Exporte um 20 Prozent gegenüber der Vorsaison. Einen guten Auftakt bei den Weizeneinkäufern in Algier  hatte bislang Frankreich, stellt hierzu France AgriMer in Paris fest.

Marokko wird in diesem Jahr so viel Weizen wie Algerien importieren, zeigen die IGC-Prognosen weiter. Hier hat die Londoner Exportorganisation BCE hat sich bereits für Oktober in Casablanca für eine Präsentation angemeldet. Fraglich ist jedoch noch, in welchem Umfang die Briten exportieren können. Auf der Insel häufen sich Berichte über schwache Weizenqualitäten.

Deutschland wiederum  ist mit seinen Weizenexporten in diesem Wirtschaftsjahr bislang im Irak erfolgreich. (db)
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