Ägypten setzt verstärkt auf Schwarzmeer-Weizen


Ägypten will offenbar seine Versorgungsbasis mit Getreide aus der Schwarzmeerregion auf breitere Füße stellen. Weizen aus Kasachstan will der weltweit größte Importeur für dieses Getreide künftig über Georgien beziehen. Im noch laufenden Wirtschaftsjahr 2011/12 haben die Schwarzmeerländer den Großteil der Weizennachfrage aus Ägypten bedient.

Die staatliche Behörde für Getreideaufkäufe in Ägypten GASC erwägt, den georgischen Hafen von Poti als Exporthafen für kasachischen Weizen zuzulassen, teilte ein GASC-Sprecher nach einem Besuch in Georgien Ende Mai mit. Voraussetzung dafür sei, dass der Schwarzmeer-Hafen Panamax-Schiffe abwickeln könne, sagte der Sprecher laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Panamax-Schiffe können zwischen 55 000 t und 60 000 t Weizen laden. Nach Angaben der GASC solle der Ausbau der Hafenkapazitäten binnen Jahresfrist erfolgen. Der Hafen von Poti werde innerhalb von zwei Monaten Handysize-Schiffe abfertigen können, die 24 000 t bis 30 000 t Schüttgut laden, heißt es weiter. Da Kasachstan über keine eigenen Zugänge zu Seehäfen verfügt, ist das Land in der Exportabwicklung auf Hafenplätze unter anderem in Russland angewiesen.

Ägypten verbraucht im Jahr rund 14 Mio. t Weizen und importiert etwa die Hälfte dieser Menge. Im laufenden Wirtschaftsjahr 2011/12 hat Ägypten laut dem Bericht rund 3,2 Mio. t Weizen aus Russland, 360 000 t Weizen aus der Ukraine und 120 000 t Weizen beliebiger Schwarzmeer-Herkunft gekauft. Lieferungen aus Frankreich sind in der laufenden Saison deutlich unter 1 Mio. t geblieben. Im vergangenen Wirtschaftsjahr 2010/11, als Russland den Exportstopp für Getreide in Folge der extremen Dürre verhängt hatte, hatte Ägypten zusammengenommen rund 5,6 Mio. t Weizen aus Frankreich, den USA, Kanada, Australien und Argentinien gekauft. (pio)
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