Anschluss für Exporte fehlt


Landwirte zeigen Nerven und geben nur mit Preisaufschlägen Ware ab. Marktteilnehmer suchen nach neuen Informationen zur weiteren Entwicklung.

"Wer noch Weizen mit hohen Proteinwerten auf Lager hat, hält diesen weiterhin vom Markt fern." So lautet die Einschätzung von Händlern, die auf der Suche nach frischer Ware sind. In allen ostdeutschen Bundesländern gehen die Vorräte zur Neige. Vor allem in hafennahen Regionen bedarf es großer Überzeugungskunst, Weizen auf den landwirtschaftlichen Betrieben zu kaufen. Wer am Hamburger Markt Weizen kaufen will, der muss hohe Prämien bezahlen.

Ungeachtet der rückläufigen Börsenkurse für B-Weizen werden heute Aufschläge von 15 bis 18 €/t auf den Matif-März bezahlt. Allein dieser Vorgang zeigt, wie begrenzt die Verfügbarkeit von Ware ist. Die erste Exportwelle läuft in diesen Tagen aus. In ihrer Bewertung geben sich Handelshäuser über den Umfang zufrieden. Überdies habe die Saison im Oktober vergangenen Jahres schon früh begonnen. Dies gilt auch für Gerste, die ebenfalls Käufer in Drittländer fand. Hingegen ist Gerste und Triticale in Thüringen und Sachsen nahezu ausverkauft.

Das Exportgeschäft war Teilnehmern zufolge auch Thema auf der Hamburger Börse am Donnerstagnachmittag. Einige der anwesenden Händler gehen davon aus, dass die Verschiffungen von Weizen aus der Europäischen Union heraus reger laufen sollten als bisher erwartet. Manche Marktteilnehmer setzen die Marke bei 17 Mio. t an. Auf einer Abwicklungsbörse jüngst in Paris war gleichfalls von zügigen Verschiffungen die Rede. Es drehe sich um Geschäfte in Richtung Nordafrika, wie ein Schiffsmakler erläuterte.

Mit einem Minus verabschiedet sich indes die Börse in Paris in das Wochenende. Dieser Trend deutet sich zumindest zum Mittag an. Der Weizenkontrakt für März notiert um 0,50 mit 246,25 €/t niedriger als am Vortag.

Raps liegt zur Mittagszeit bei 475 €/t, das sind 0,25 €/t weniger als am Donnerstag. Der Rückgang für den Februarkontrakt ist niedrig, weil Technik und Glattstellungen vor dem Auslaufen des Kontraktes in der kommenden Woche den Takt vorgeben.

Aufmerksam wird der Spread zwischen dem Februar- und Maikontrakt bei Raps an der Matif beobachtet. Mittlerweile liegt die Spanne bei 17,75 €/t.  Der Mai notiert bei 428,50 €/t und dürfte damit für mögliche Lieferanten aus Drittländern uninteressant sein. Weitaus mehr zahlen Länder wie China und Indonesien für die kostbare Saat. (da)
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