Anzeichen für Erholung nach USDA-Schock


Die Weizen-Futures an der Matif kämpfen sich vor in den grünen Bereich. Käufer versuchen, zu günstigeren Preisen Ware zu ziehen.

Die Wirkung des bärischen Wasde-Reports vom Vortag scheint heute Mittag weitestgehend verpufft zu sein. Einige Marktteilnehmer hierzulande zeigten sich zwar zunächst überrascht über die Aufwärtskorrektur der Weizenendbestände in den USA und weltweit durch das US-Agrarministerium. Insgesamt scheint aber die Einschätzung vorzuherrschen, dass die Zahlen für den Markt mehr oder minder neutral waren und die Börsen nur kurzfristig nach unten ausschlagen.

Die Weizen-Futures an der Pariser Matif haben den Handelstag zwar zunächst mit weiteren Verlusten begonnen. Gegen Mittag liegt Mahlweizen zum Fronttermin mit 262 €/t mit einem dünnen Plus von 0,25 €/t über dem Vortageswert. Seit Montag hat der Future allerdings 4,50 €/t eingebüßt. Raps zum Termin Februar 2013 notiert bei 470,75 €/t immerhin 1,50 €/t schwächer als am Tag zuvor.

In Chicago steht quer durch die Produktpalette von Weizen über Mais und Soja bis hin zu Sojaschrot und –öl zwar ein Minus vor den Notierungen, das aber nur im Ölsaatenkomplex deutlicher ausfällt.

Am deutschen Kassamarkt zeigt sich der Großhandel am heutigen Mittwoch von seiner zurückhaltenden Seite. „Wir warten erst einmal ab, wie sich der Markt heute und morgen entwickelt, bevor wir wieder aktiv werden“, sagt ein süddeutscher Marktteilnehmer im Gespräch mit agrarzeitung.de. Vertreter aus der Mühlenwirtschaft äußern die Hoffnung, dass „die 300 Euro je Tonne Weizen jetzt aus den Köpfen der Marktteilnehmer verschwunden sind“.

Käufer wie Mühlen und Mischer haben sich nach Angaben von nordostdeutschen Marktteilnehmern bemüht, sich auf Grundlage der niedrigeren Matif-Preise am Kassamarkt günstiger einzudecken. Den Mischern sei dies am Vortag teilweise gelungen, heißt es. Auf niedrigere Gebote der Mühlen reagiert der Großhandel zurückhaltend, da auf der anderen Seite die Abgabebereitschaft der Landwirte fehle, wie es dazu heißt.

B-Weizen, franko süddeutsche Stationen, bewerten Marktteilnehmer je nach Parität mit 275 bis 280 €/t für den Termin Januar bis März. Für A-Weizen in der Region Nordost liegen die Kaufideen der Verarbeiter bei 275 €/t für den Märztermin, auf dem Niveau fehlt aber die Verkaufsbereitschaft. B-Weizen, franko Hamburg, Basis Januar, wird heute mit einer Prämie von 13,00 bis 13,50 €/t über dem Januar-Future an der Matif bewertet. Für Futterweizen, franko Südoldenburg, Termin Januar bis März, werden 277 €/t genannt. (pio)
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