Argentinische Landwirte stützen Ölsaatenmarkt


Freundlich zeigt sich der Rapskurs in Paris. Am Kassamarkt ist die Stimmung verhalten.

Ganze 3 €/t fester als am Vortag bei 470,50 €/t notiert der Kurs für Rapssaat zum Termin Mai 2013 heute Mittag an der Matif. Der ex-Ernte-Termin August 2013 liegt 1,5 €/t im Plus und notiert bei 432,50 €/t. Der Pariser Raps spürt Rückwind aus Chicago. Dort sind die Sojabohnen-Futures nach dem gestrigen Feiertag mit deutlichen Zugewinnen in die Handelswoche gestartet.

Die Sojabohnenpreise an der Chicago Board of Trade (CBoT) wiederum werden von Meldungen aus Argentinien in die Höhe getrieben. Dort haben die für das vergangene Wochenende angekündigten Regenfälle Marktteilnehmer enttäuscht.

Außerdem halten Medien- und Analystenberichten zufolge argentinische Erzeuger derzeit ihre Sojabohnen fest. Sie warten mit Verkäufen, bis die inländische Währung weiter abwertet gegenüber dem US-Dollar. Dann, so das Kalkül, würden die Exporterlöse für Soja aus dem südamerikanischen Land und damit auch die Erzeugerpreise anziehen. Nach Angaben des argentinischen Landwirtschaftsministeriums war zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr schon 35 Prozent mehr Ware vermarktet.

Ein weiterer Faktor, der die Sojabohnenkurse an der CBoT stützt, sind die Erwartungen, dass sich China nach den Feierlichkeiten zum Chinesischen Neujahrsfest wieder am internationalen Ölsaatenmarkt zurückmeldet und Sojabohnen aus den USA importiert.

Marktteilnehmer hierzulande richten auch ihren Blick vermehrt in Richtung Argentinien. „Meldungen von dort werden uns in den kommenden Wochen stärker beschäftigen“, erwartet ein Gesprächspartner aus dem süddeutschen Großhandel. Die weitere Niederschlagsentwicklung stünde dabei ebenso im Fokus wie das Vermarktungsverhalten der argentinischen Landwirte.

Am Kassamarkt beschreiben Händler im Süden das Geschäft mit Rapssaat als sehr ruhig. Es laufe zwar „mal hier und mal da eine Partie“, aber insgesamt hielten sich vor allem die Abgeber zurück. Das ist nach Schilderungen aus dem Handel und Maklerkreisen sowohl bei der alten Ernte als auch bei Vorkontrakten für die kommende Ernte der Fall. „Die Ölmühlen müssen noch ein bisschen was machen für die alte Ernte, aber es gibt wenig Angebot“, beschreibt ein Makler die Stimmung. Händlern zufolge helfen allerdings die freundlichen Vorzeichen an der Matif dabei, Abgabebereitschaft zu generieren.

Bei der neuen Ernte halten sich Erzeuger sowohl im Raum Bayern als auch im Raum Sachsen derzeit dem Vernehmen nach mit Vorkontrakten zurück. Die Landwirte wollten nach den Erfahrungen mit umfangreichen Auswinterrungsschäden im Vorjahr erst einmal warten, wie die Bestände über den Winter kommen, erläutern Marktteilnehmer. Für Rapssaat ex Ernte franko Oberrhein wird eine Prämie von 3 bis 4 €/t über dem Matif-Augusttermin genannt. An den ostdeutschen Standorten liegt das Prämienniveau gleichauf mit der Matifnotierung oder schwächer.

Mahlweizen an der Matif liegt heute Mittag 2 €/t im Plus bei 247,75 €/t zum Fronttermin März. (pio)
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