Ernte 2014

Auch in Niedersachsen fehlt Protein

Während in weiten Teilen Niedersachsens die Weizenernte dem Ende zugeht, steht im Raum Northeim noch rund fast die Hälfte und im Göttinger Gebiet noch etwa 20 Prozent des Weizens auf dem Halm.  In Südhannover ist die Weizenernte zum Teil abgeschlossen, Gebietsweise müssen aber noch 5 bis 15 Prozent des Weizens gedroschen werden.  Im Mittelwesergebiet stehen noch schätzungsweise 5 Prozent der Weizenflächen und im Süd Oldenburger Prozent noch etwa 10 bis 15 Prozent draußen.
 
Fast überall  wurde der Weizen zuletzt mit Feuchtigkeitsgehalten zwischen 16 und 19 Prozent angeliefert. Die Landwirte nutzen jede Regenpause und sobald der Weizen etwas abgetrocknet ist, zum Drusch. Die Trocknungskapazitäten des Erfassungshandelssind bis an die Grenzen ausgelastet, denn viele Landwirte liefern den feuchten Weizen ab. „Wir brauchen nur mindestens drei bis vier Druschtage. Ich habe selten eine so lang gezogene Ernte erlebt, wie in diesem Jahr“,  berichtet ein Erfassungshändler.
 
Bis zur Vorwoche waren die Weizenpartien, die vom Feld kamen, noch weitgehend in Ordnung, was die Fallzahlen betrifft. Seit Wochenanfang wird aber nur noch Futterweizen angeliefert. Allenfalls die stehenden Weizenbestände könnten aufgrund der aufgrund der kühlen Temperaturen noch mühlentaugliche Fallzahlen bringen. Mit den heftigen Regenfällen reduzieren sich die aber die Hektolitergewichte unter die Mühlenkriterien. Die Proteingehalte liegen durchweg einen Prozentpunkt unter den üblichen Werten.
 
Nach Berichten des Erfassungshandels haben in diesem Jahr besonders die leichten Böden von dem extremen Wetter profitiert. Auf ihnen konnten überdurchschnittliche Erträge zwischen 8,5 und 9 t/ha eingebracht werden, während die guten Böden nur durchschnittliche Erträge brachten.
 
Die Erzeugerpreise im niedersächsischen Raum differieren je nach Region und Verwendungszweck.  In Südhannover werden für Backweizen Erzeugerpreise  zwischen 155 und 160 €/t und 135 €/t für Futterweizen genannt. An der Mittelweser erhalten die Landwirte für Futterweizen je nach Frachtentfernung nach Südoldenburg Preise zwischen 140 und 150  €/t. Im Südoldenburger Raum liegen die Preise für die Landwirtschaft mit 163 €/t traditionell deutlich darüber. (St)
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