Ernte 2016

Bauern klagen über Einbußen

DBV-Präsident Rukwied zeigte sich von der Ernte 2016 enttäuscht.
-- , Foto: jst
DBV-Präsident Rukwied zeigte sich von der Ernte 2016 enttäuscht.
„Ertragseinbußen in diesem Ausmaß haben wir vor der Ernte nicht erwartet", sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied heute vor der Presse zum Abschluss der Ernte 2016 in Berlin. Für die erwartete Getreideerntemenge zeichne sich ein Ergebnis von 43,5 Mio. t ab. Damit werde das Vorjahresergebnis um etwa 5,3 Mio. t oder 11 Prozent unterschritten. Im Vergleich zum Rekordergebnis von 52,0 Mio. im Jahr 2014 belaufe sich die Differenz sogar auf fast 10 Mio. t, so Rukwied.

Erntemengen 2016 im Überblick

Für Winterweizen erwartet der DBV eine Ernte von 22,9 Mio. t, das wären 22,9 Prozent weniger als 2016. Die Wintergersten- Menge sinkt gegenüber 2015 um 9,4 Prozent auf 8,8 Mio. t. Auch bei Sommergerste 1,8 Mio. t (-10,5 Prozent), Roggen 3,1 Mio. t (-12,4 Prozent), Triticale 2,5 Mio. t (-5,1 Prozent) und Hafer 0,5 Mio. t, (-5,1 Prozent), Körnermais 3,7 Mio. t (-7,1 Prozent) und Raps 4,5 Mio. t (-10,8 Prozent) gibt es gegenüber 2015 Einbußen.

Auch die Rapsernte liegt nach Angaben des DBV mit 4,5 Mio. t um etwa 11 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Besonders für Raps seien sehr starke Streuungen in den Ergebnissen zu verzeichnen. So seine Abweichungen von bis zu 60 Prozent zwischen verschiedenen Regionen aufgetreten. Im Vergleich der vergangenen fünf Jahre liege die diesjährige Rapsernte sogar 13 Prozent unter dem Mittelwert.

Hauptgrund für die nach Aussage von Rukwied „auf ganzer Linie enttäuschenden Ergebnisse" seien die Wetterverhältnisse seit etwa Mitte des Monats Mai gewesen. Die fehlende Sonneneinstrahlung habe eine verringerte Kornausbildung zur Folge gehabt. Auch die pflanzenbaulichen Maßnahmen einschließlich der Ernte hätten stark unter ungünstigen Wetterbedingungen gelitten. Rukwied betonte deutlich, dass die diesjährige Ernte in erster Linie dem Einsatz geeigneter Pflanzenschutzmittel zu verdanken sei. Ähnliche Wetterverhältnisse wie in diesem Jahr hätte es nach langjährigen Wetteraufzeichnungen zuletzt im Jahr 1848 gegeben. Allerdings hätte das Nichtvorhandensein von Pflanzenschutzmitteln zum damaligen Zeitpunkt zu einem annähernden Totalverlust der Ernte und Hungersnöten geführt. (jst)
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