Bayern: Frühe Weizensorten mit niedrigen Fallzahlen


In ganz Bayern ist die Weizenernte inzwischen zu etwa 25 bis 30 Prozent eingebracht. Am weitesten ist sie in Unter- und Mittelfranken mit knapp 50 Prozent fortgeschritten. Relativ wenig wurde bisher in Schwaben und der Oberpfalz gedroschen. Auch in weiten Teilen Ober- und Niederbayerns steht die Haupternte noch bevor. Die Hektarerträge varriieren weiterhin stark und liegen schwerpunktmäßig zwischen 60 und 80 dt. Die Proteingehalte liegen im mehrjährigen Mittel. Bei den frühen Sorten stellen die Fallzahlen dagegen ein zunehmendes Problem dar. Wichtige A-Sorten, wie zum Beispiel "Cubus", fallen nach Angaben der Mühlen als Backweizen fast vollständig aus. Häufig werden nur Fallzahlen von 70 bis 80 Sek. gemessen. "Wir werden in diesem Jahr einen hohen Anteil an Futterweizen bekommen", betont ein schwäbischer Erfassungshändler. Die später reifenden Sorten wiesen im Schnitt 250 bis 300 Sek. auf; aus Niederbayern wurden vereinzelt sogar bis 360 Sek. genannt. Die in dieser Woche eingebrachten Partien haben aber meist nur grenzwertige Fallzahlen um die 200 Sek.

Häufig müssen die zuletzt geernteten Partien getrocknet werden, da sie mit Feuchtigkeitsgehalten von etwa 18 bis 25 Prozent eingebracht wurden. "Die Industrie muss sich wohl in diesem Jahr insgesamt auf schwächeren Qualitäten einstellen", prognostizierte ein Marktbeobachter vor dem Hintergrund der Wettervorhersagen für die nächsten Tage. Inzwischen wurden zur Versorgung der bayerischen Mühlenwirtschaft erste Weizenpartien in Ungarn und Frankreich geordert.  (HH)      
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