Bayern: Weniger Weizen mit Backqualität


In Bayern geht die Weizenernte nur peu á peu voran. Der Weizen wird mit hohen Feuchtegehalten eingefahren. Die Fallzahlen sind zuweilen sehr niedrig.
Landesweit dürfte die Weizenernte mittlerweile zu 50 bis knapp 60 Prozent eingebracht sein. Am weitesten fortgeschritten ist der Drusch in Unter- und Mittelfranken sowie in Niederbayern. Im Raum Straubing/Plattling stehen lediglich noch knapp 10 Prozent auf den Feldern. Dagegen sind es in Oberfranken noch etwa 70 und in der Oberpfalz nahezu 80 Prozent. In der Landwirtschaft wird inzwischen wirklich jede Möglichkeit zum Dreschen genutzt. Die angelieferten Partien hatten deshalb zuletzt Wassergehalte von 20 bis vereinzelt sogar 25 Prozent. Die bis zur Wochenmitte noch nicht geernteten Bestände dürften zu einem großen Teil nicht mehr den Anforderungen der Mehlmüllerei genügen. "Wir werden in Bayern ein erhebliches Defizit an backfähigem Weizen haben", prognostiziert ein Erfassungshändler. Die Verarbeiter werden wohl ihre Qualitätsanforderungen reduzieren müssen.

Im Schnitt wurde zuletzt von Hektarerträgen zwischen 70 und 80 dt berichtet. Die Erträge sind damit besser als erwartet, versichern einige Händler. Allerdings fällt regional ein vergleichsweise hoher Anteil an Schmachtkorn auf als Folge der hohen Temperaturen und geringen Niederschläge im Frühsommer. Breitere Schwankungen weisen auch die Naturalgewichte von 67 bis 76 kg auf. Nur vereinzelt werden noch Fallzahlen von 160 bis 200 Sek. gemeldet; meist liegen sie inzwischen unter 100 Sek. Eine Ausnahme gibt es im Raum Augsburg/Friedberg, wo sehr spät gesäte Weizensorten wie "Akteur" vereinzelt noch Fallzahlen von 200 bis 300 Sek. gebracht haben sollen.

Die Landwirte halten ihre qualitativ guten Partien zunächst zurück. Große Mengen, die getrocknet werden müssen, liegen beim Erfassungshandel, sind aber noch im Besitz der Erzeuger. Zum Wochenende werden erhebliche Mengen an Futterweizen ohne Fallzahlangaben bei den Erfassern erwartet, der zunehmend unter Preisdruck gerät. (HH)  
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