Ernte 2015

Bayern erwartet durchschnittliche Menge


So seien in weiten Teilen Frankens und der nördlichen Oberpfalz die Getreide- und Rapsbestände stark in Mitleidenschaft gezogen. Während hier deutliche Einbußen zu erwarten sind, können die südbayerischen Bauern laut dem bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner vielerorts sogar mit überdurchschnittlichen Erträgen rechnen. Auf der gemeinsamen Pressefahrt von Bayerischem Bauernverband (BBV) und Ministerium schätzte er die Getreideernte landesweit im Bereich des langjährigen Durchschnitts von 6,7 Millionen Tonnen. Im Vorjahr wurde eine Rekordernte von 7,8 Mio t (ohne Körnermais) eingebracht.

Der BBV rechnet mit einer etwas geringeren Erntemenge. Nach Auskunft des Verbandes ist die Wintergerste bereits zu 95 Prozent gedroschen. Dabei sei man über die guten Erträge überrascht, meine der "Getreidepräsident" des BBV, Hermann Greif. Allerdings könne man noch keine wirklich repräsentativen Hektaerträge melden, weil es zu große regionale Unterschiede gebe. Auch der Weizen ist in der Abreife deutlich weiter als erwartet. Die Ernte kann bald in Angriff genommen werden. In den Trockengebieten nördlich der Donau erwartet Greif Mindererträge bei Getreide von 20 Prozent und mehr.

Bei den Anbauflächen gab es heuer im Vergleich zum Vorjahr nur leichte Verschiebungen: Die Getreidefläche hat sich um 0,7 Prozent auf 1,04 Millionen Hektar geringfügig erhöht. Winterweizen, die wichtigste Brotgetreideart, wurde auf gut 505 000 Hektar angebaut. Deutlichere Veränderungen gab es heuer bei den Zuckerrüben. Hier waren die Erträge im letzten Jahr so gut, dass die Bauern einen Teil der geplanten Liefermengen auf 2015 übertragen mussten. Deshalb ist 2015 die Anbaufläche für Zuckerrüben in Bayern um 10 000 auf gut 50 000 Hektar stark gesunken. (HH)
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