Ernte 2016

Bayern hofft auf gute Braugerste


Nur noch 92.000 ha wurden dieses Jahr im Freistaat mit Sommergerste bestellt. Das sind 12.000 ha weniger als 2015. Dr. Markus Herz von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) erklärt den stetigen Rückgang vor allem mit der Anbauausdehnung bei Mais um rund 9.000 ha und bei Winterraps von etwa 3.000 ha. Natürlich spielte auch die Preisentwicklung am Braugerstenmarkt eine wichtige Rolle bei der Anbauentscheidung der Landwirte, sagte er vor den 130 Besuchern der 61. unterfränkischen Braugerstenrundfahrt in Krautheim bei Volkach am Main.

Trotz wechselhaftem Wetters wenige Krankheiten

Der März war weitgehend trocken, so dass die Aussaat ohne nennenswerte Strukturprobleme weitestgehend Mitte bis Ende März erfolgen konnte. Nach Ansicht von Herz haben sich die Sommergerstenbestände landesweit gut entwickelt. Trotz wechselhaften Wetters sind Fusariosen kaum auszumachen. „Die Krankheiten ließen sich in den Griff bekommen." Der Pflanzenbaufachmann schätzt in Bayern einen durchschnittlichen Naturalertrag von etwa 54 bis 55 dt/ha. Schlechte Sortierungen und zu viel Eiweiß dürften in diesem Jahr wohl kein Thema sein. Er erwartet einen mittleren Proteinwert von 11,5 Prozent. Der Vollgerstenanteil könnte bei nahezu 88 Prozent liegen. Von der gesamten Anbaufläche dürften etwa 88.000 ha Braugerste sein.

Mälzereien müssen überregionaal zukaufen

Herz erwartet in Bayern ein Aufkommen an Qualitätsbraugerste von gut 305.000 t. Damit könne der Bedarf der heimischen Malzwirtschaft keineswegs gedeckt werden, gab er zu bedenken. Allein für den heimischen Verbrauch benötigen die bayerischen Mälzer rund 500.000 t. Berücksichtigt man noch den überregionalen Malzabsatz, so liegt der Bedarf sogar bei gut 600.000 t. Allerdings sieht Dr. Alexander Rosenberger von der Firma Evergrain, Hamburg, keine wirklichen Versorgungsprobleme. Insgesamt wachse in der EU eine gute Braugerstenernte heran. Es komme auch immer mehr Ware aus östlichen Ländern wie zum Beispiel Tschechien aber auch aus Österreich nach Deutschland. Rosenberger wollte zwar keine konkreten Preisprognosen abgeben. Er meine aber, Landwirte, die zeitgerecht Anbau- und Lieferverträge abgeschlossen haben, würden damit gut fahren. (HH)
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