Die Katastrophe in Griechenland ist ausgeblieben, die Getreidemärkte atmen auf. Im deutschen Kassageschäft herrscht Zurückhaltung. Aktuell mangelt es nach Angaben aus dem mittel- und westdeutschen Handel an Käufern und Verkäufern. Bei einem späten Druschbeginn dürfte im Weizenbereich Anschlussbedarf der Mischer und Mühlen entstehen, schätzen Erfasser in Hessen am Montagvormittag, ähnlich sei die Lage bei Gerste. Nachdem in Griechenland Pro-Reform-Kräfte die Wahl gewonnen haben, zeigten sich die Weizennotierungen in Paris stabil, Raps holte dort einen Teil seiner Vorwochenverluste wieder auf.

Die Winter-, Sommerweizen- und Maisbestände schätzen Marktteilnehmer aus Nordhessen aktuell überwiegend gut ein, die Pflanzen konnten von jüngsten Niederschlägen profitieren. Die Gerste in Nordhessen sei noch „grasgrün“, sagten Marktteilnehmer aus der Region, vereinzelt zeige sich partielle Taubährigkeit. Der Raps sei in der Bestandsdichte dünner und auch von der Höhe her verhältnismäßig klein. Bevor mit dem Gerstendrusch begonnen werden kann, brauchen die Bestände in der Region nach aktueller Einschätzung drei Wochen Trockenheit. Mit dem Weizendrusch rechnen Gesprächspartner aus dem Erfassungshandel nicht vor August.

Sowohl in Hessen als auch im Rheinland berichteten Gesprächspartner am Montag von einem sehr ruhigen Kassageschäft. B-Weizen, franko Westfalen, vordere Ware, wurde mit 227 bis 228 €/t bewertet, ex Ernte mit 210 bis 212 €/t. Allerdings seien die Verhandlungen zum ex-Ernte-Termin mit Mühlen und Landwirten gleichermaßen zäh, berichten Händler. Nach Angaben von Marktteilnehmern im Rheinland habe zwar in der Vorwoche noch kleines Mühlengeschäft entlang der Rheinschiene, nach Holland und Belgien für den Termin September bis Dezember stattgefunden. Doch die Geschäfte sind zum Wochenauftakt abgeflaut. Auch die Mischfutterindustrie sei für spätere Termine nicht aktiv. (pio)
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