Beteuerungen kontra Exportbeschränkungen

Die Regierung in Kiew weist ausdrücklich darauf hin, dass die Getreideversorgung am Binnenmarkt gedeckt sei. Ähnliche Töne verlauten aus Russland.

Die ukrainische Regierung werde den Getreideexport nicht einschränken. Das teilte Premierminister Mykola Asarow am Donnerstag mit, schreiben die Analysten von APK-Inform. Die neue Ernte und die Überhangbestände aus dem vergangenen Wirtschaftsjahr würden die Versorgung im Inland sicherstellen und auch noch Exporte ermöglichen, hatte der Regierungschef demnach beteuert.

Jedoch sollten Händler nur dann Getreide außer Landes verkaufen, wenn es die Preis- und Vermarktungssituation zulasse, so der ukrainische Premier. Für den Export bestimmtes Getreide solle nicht zu „Durchschnittspreisen“ veräußert werden, mahnte Asarow. Erst an diesem Mittwoch hatte die Regierung in Kiew das Exportziel für das Wirtschaftsjahr 2012/13 auf 20 Mio. t gesenkt.

Ebenfalls am späten Donnerstag hat der Präsident des russischen Verbandes der Getreideproduzenten Pawel Skurichin die diesjährige Getreideernte in Russland auf unter 80 Mio. t taxiert. Die Prognose mancher Marktexperten über eine Erntemenge von 80 Mio. t sei „zu optimisch“, so der Verbandschef.
„Wir vermuten, dass die Ernte unter 80 Millionen Tonnen liegen wird, doch auf alle Fälle wird sie ausreichen, um den Innenbedarf des Landes zu decken“, zitiert die Nachrichtenagentur Ria Novosti Skurichin.

Der Verbandschef sagte laut Bericht, er sehe keine Notwendigkeit und keine Voraussetzungen dafür, in dieser Saison den Getreideexport aus Russland einzuschränken.

Im vergangenen Wirtschaftsjahr 2011/12 hatte Russland rund 94 Mio. t Getreide eingefahren. (pio)
stats