Ernte 2017

Brandenburg erntet weniger

Bauernverbandspräsident Hendrik Wendorff mit Erntekönigin in Brandenburg und Landwirten auf dem Gerstenschlag.
-- , Foto: Bauernverband
Bauernverbandspräsident Hendrik Wendorff mit Erntekönigin in Brandenburg und Landwirten auf dem Gerstenschlag.

„Wir gehen davon aus, dass wir im konventionellen Landbau rund 2,45 Mio. t Getreide ernten werden“, sagt Landesbauernpräsident Henrik Wendorff. „Durch die im Vergleich zum Vorjahr geringere Anbaufläche wird die erwartete Menge damit rund 10,5 Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr und etwa 6,4 Prozent unter dem Durchschnittsniveau der vergangenen fünf Jahre liegen.“ Auch die erwarteten Erträge der konventionellen Betriebe werden sich leicht unter dem Fünfjahres-Mittel einpendeln; bei den ökologischen wirtschaftenden Unternehmen kann aber von einer Mengensteigerung von sechs Prozent zu 2016 ausgegangen werden.

Zum ersten Mal seit 1991 hat der Winterweizen den Roggen als anbaustärkste Kultur verdrängt. Er wächst auf gut 173.000 ha, was einem Plus von 2,4 Prozent gegenüber 2016 entspricht. Der Landesbauernverband Brandenburg rechnet im konventionellen Anbau mit einem Durchschnittsertrag von 5,2 t/ha und mit durchschnittlich 2,3 t/ha auf den ökologisch bewirtschafteten Flächen.Die Ursache hierfür ist die günstige Marktsituation und bessere Eignung neuer Züchtungen für leichte Böden. Gute Nachrichten für Brandenburg und seine Bauern bringen die Erzeugerpreise: Sie haben sich seit der Ernte 2016 zumindest leicht erholt. In den zurückliegenden Wochen zeichnete sich ab, dass gerade die Preise für Roggen und Gerste etwas höher liegen als die der anderen Kulturen.

Der Rückgang der Fläche für den Getreideanbau wird momentan durch eine merkliche Ausweitung des Anbaus von Erbsen und Lupine, einer geringen Steigerung des Kartoffelanbaus und zusätzlicher Silomais-Flächen kompensiert. Die Ausweitung des Maisanbaus sei eine einmalige Erscheinung. Da im Herbst 2016 die Aussaatbedingungen fürs Getreide oft nicht gut genug waren, haben sich viele Landwirte als Alternative den Mais gewählt. Angesichts von landwirtschaftlich sinnvollen 20 Prozent der Anbaufläche von „Vermaisung“ zu sprechen, deckt sich nicht mit der Realität.

Die Wintergetreide-Bestände gingen befriedigend bis gut entwickelt in die Vegetationspause; die zeitige Bodenerwärmung im Frühjahr beflügelte das Wachstum. Allerdings sind nunmehr deutliche Trockenstressschäden in Weizen und Roggen zu erkennen, was zu stark schwankenden Qualitäten führen wird.
 
Beim Raps wird eine Erntemenge von knapp 430.000 t  erwartet – fast 19 Prozent mehr als im schlechten Vorjahr, aber immer noch 5,6 Prozent weniger als im langjährigen Schnitt. Die Erzeugerpreise leisten ein Durch gute Ernteschätzungen für Palmöl und Soja bewegen sich die Preise für Raps derzeit auf einem Niveau von minus 5,6 Prozent im Vergleich zu 2016. (da)
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