Braugerste ist in Bayern knapp


Die Sommergerstenernte dürfte in Bayern zu 75 bis 80 Prozent abgeschlossen sein. Nennenswerte Flächen müssen noch in den Regierungsbezirken Oberfranken sowie in der Oberpfalz gedroschen werden. Daneben stehen auch im südlichen Württemberg noch etliche Flächen. Die bislang bekannt gewordenen Qualitäten sind sehr heterogen. Mittlerweile wird vermehrt von offenem und verstecktem Auswuchs berichtet. Auch ist der Vollgerstenanteil zum Teil enttäuschend. Die Eiweißgehalte fallen im Schnitt zwar etwas höher als im Vorjahr aus; sie sind aber überwiegend noch befriedigend. Lediglich in Oberfranken wird häufig von Werten über 12,5 Prozent berichtet. Durch die feuchte und warme Witterung während der vergangenen Wochen wuchs zudem regional die Mykotoxinbelastung der Sommergerste.

Die von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft geschätzte Erntemenge an Qualitätsbraugerste mit weniger als 11,5 Prozent Rohprotein von etwa 260.000 t im Freistaat, wird inzwischen vom Handel bezweifelt. Die bayerischen Mälzer sind jedenfalls auf überregionale Lieferungen von Qualitätsbraugerste angewiesen. Dabei werden bislang aber noch keine konkreten Zahlen genannt, da erst Klarheit über die Kompromissbereitschaft der Verarbeiter bestehen muss. Aktuell kommt es kaum zu größeren Neugeschäften aus der Ernte. Vornehmlich werden die bestehenden Kontrakte abgewickelt. Nach einer Umfrage von agrarzeitung.de sind die Mälzer meist bis zum 1. Quartal 2011 mit Braugerste eingedeckt. (HH)   
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