Briten brauchen Weizen und Mais

Eine kleine Ernte und Bedarf zweier Ethanolfabriken lassen die Weizenimporte anschwellen. Auch der britische Maisbedarf nimmt zu.

Mindestens doppelt so viel Weizen wie im Vorjahr werden britische Verarbeiter im Ausland kaufen, schätzt das Londoner Agrarministeriums Defra in seiner ersten Bilanz für 2012/13. Es erwartet Weizenimporte von 2,0 Mio. t im Vergleich zu 0,9 Mio. t im Vorjahr und etwa 1,2 Mio. t im mehrjährigen Durchschnitt.

Den hohen Bedarf begründet das Defra einerseits mit einer sehr schwachen Weizenernte, die mit 13,3 Mio. t rund 13 Prozent kleiner als im Vorjahr und 11 Prozent geringer als im mehrjährigen Durchschnitt ausgefallen ist. Auf der Nachfrageseite fällt ins Gewicht, dass die beiden britischen Ethanolfabriken von Ensus und Vivergo 2012/13 erstmals größere Mengen Weizen brauchen. Das Defra weist in der Bilanz die industrielle Verarbeitung zwar nicht gesondert aus. Doch der Anstieg in der Position „Menschliche und industrielle Verwendung" im Jahresvergleich um etwa 1,1 Mio. t lässt sich bei etwa konstanter Vermahlung auf Bedarf für Ethanol zurückführen.

Hier tut sich auch die größte Importnachfrage auf. Das Defra schätzt, dass Mühlen und Ethanolwerke 2012/13 zusammen etwa 1,7 Mio. t ausländischen Weizen verarbeiten werden. Speziell für die Ethanolherstellung kommen voraussichtlich noch rund 110.000 t Importmais dazu. Auch die britischen Futtermittelhersteller werden mehr importiertes Getreide brauchen, erwartet das Ministerium. Allein für Futterweizen weist es eine Bilanzlücke von etwa 350.000 t aus. Hinzu kommen Importe von fast 600.000 t Mais.

Zu den britischen Weizenexporten 2012/13 gibt das Defra keine Prognose. Im Vorjahr wie auch im mehrjährigen Durchschnitt hat Großbritannien etwa 2,5 Mio. t Weizen exportiert. Traditionell halten die Briten eine Nettoexportposition im Weizenhandel. In diesem Jahr wird das Land in jedem Fall Nettoimporteur werden, denn rein rechnerisch sind in der Defra-Bilanz nur 750.000 t überhaupt noch für Exporte verfügbar. Ein Teil davon könnte aber auch zur Aufstockung der geringen Vorräte genutzt werden. (db)
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