Ernte 2017

Briten klagen über Lagergetreide

Britische Landwirte müssen mittlerweile höhere Kosten kalkulieren. Der größere Anteil des Erntegutes braucht jetzt eine Trocknung, berichtet der Branchenverband AHDB. Grund ist das anhaltende Schauerwetter, das den Mähdrusch immer wieder unterbricht. Abgeschlossen ist die Ernte von Wintergerste und Raps, jetzt stehen Weizen, Sommergerste und Hafer auf dem Programm.

Erntereifer Weizen geht ins Lager

Bislang sind etwa 40 Prozent der britischen Weizenflächen gedroschen. Das meiste ist im Südwesten, Südosten und Osten vom Halm. Aber auch in Wales weiter nördlich Richtung Schottland ist der Weizen reif. Deswegen besteht bei dem anhaltenden Schauerwetter die Gefahr von Lager und Qualitätsverlusten.
Die bisher gedroschenen Weizenerträge sind überdurchschnittlich, die Experten von AHDB schätzen zurzeit 5 bis 10 Prozent mehr als im Fünfjahresmittel. In Wales und Schottland zeichnen sich dagegen leicht unterdurchschnittliche Ergebnisse ab. Zu den Qualitäten liegen noch keine repräsentativen Angaben vor. Die ersten gedroschenen Partien waren jedenfalls von guter Qualität und haben die Mühlenkriterien problemlos erfüllt.

Sommergerste stärker im Rückstand

Mehr im Rückstand ist der Drusch von Sommergerste. Es sind gerade erst 20 Prozent geerntet. Hier ist es ähnlich wie beim Weizen: Die Bestände sind reif, und die Farmer warten auf Pausen zwischen den Schauern, um das Getreide bergen zu können. Gerade bei der Sommergerste kommt es jetzt häufiger zu Lager. Schätzungen reichen bis zu 20 Prozent der Bestände. Die Erträge zeigen große Abweichungen, im Durchschnitt des Vereinigten Königreiches könnte es ein mittleres Ergebnis geben, meinen die AHDB-Mitarbeiter.

Die bisher gedroschene Braugerste entspricht bisher den Ansprüchen der Mälzereien. Ob das allerdings auch für die wichtigen Anbaugebiete in Schottland gelten wird, bezweifeln die Fachleute des AHDB. Zu befürchten ist, dass Lager und Auswuchs die Qualitäten beeinträchtigen. (db)
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