Britische Drescher unterwegs


In England kommt Wintergerste und erster Raps vom Feld. Weizen braucht noch Zeit und wird heterogene Ergebnisse bringen.

Mit sieben bis zehn Tagen Verzögerung ist der Gerstendrusch in England vollem Gange. In Schottland wird es aber noch mindestens zehn Tage dauern, bis die Bestände ausreichend abgetrocknet sind, berichtet das landwirtschaftliche Beratungsbüro Adas.

Die Ertragserwartungen für Wintergerste sind auf der Insel gemischt. Einerseits haben frühe Stickstoffgaben und reichliche Frühjahrsniederschläge die Bestockung gefördert, andererseits hat zur Reife Sonne gefehlt. Gleichzeitig war Krankheitsdruck ein anhaltendes Thema. Häufiger sind Gerstenbestände auch ins Lager gegangen. Erste Erträge von 6,1 bis 7,3 t/ha sind in der Tendenz oberhalb des Fünfjahresdurchschnitts von 6,3 t/ha angesiedelt. Die Lagergerste könnte jedoch das Ergebnis drücken.

Erste Rapspartien sind in England ebenfalls geerntet, doch hier rechnet das Beratungsbüro erst nächste Woche mit umfangreichen Mengen. Lager ist auch bei Raps ein Problem und lässt Druschverluste erwarten Die hohen Erträge des Vorjahres werden sicher nicht erreicht. Adas hält es für denkbar, dass auch das Fünfjahresmittel von 3,4 t/ha unterschritten wird. In Schottland ist der Raps noch grün. Es wird Mitte August werden, bis dort die Mähdrescher zum Einsatz kommen.

Für britischen Weizen rechnet Adas mit dem Erntestart frühestens in einer Woche. Der Großteil wird jedoch erst ab Mitte August vom Feld kommen. Dem Weizen sind die kühlen und regenreichen Monate Mai und Juni zugute gekommen. Die lange Kornfüllungsphase verspricht hohe Erträge, allerdings - wie bei Wintergerste - begrenzt durch Krankheitsdruck und fehlende Sonne.

Adas erwartet außerdem sehr heterogen Weizenqualitäten. Wegen der verzögerten Abreife könnten Hektolitergewicht und Fallzahlen des Weizens gelitten haben. Das Beratungsbüro geht jetzt davon aus, dass 2012 der fünfjährige Durchschnittsertrag für Weizen von 7,8 t/ha leicht verfehlt werden könnte. (db)
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