Britische Importe nach oben gesetzt

Großbritannien braucht noch mehr Weizen als bisher erwartet. Die Importe sind die höchsten seit zehn Jahren.

Das Londoner Agrarministerium Defra rechnet in seiner aktualisierten Getreidebilanz 2012/13 mit Weizenimporten von fast 2,2 Mio. t. Von Juli bis Ende November sind bereits mehr als 1,0 Mio. t Weizen geflossen. Solch umfangreiche Mengen binnen fünf Monaten hat Großbritannien seit 1993/94 nicht mehr importiert, zeigen langjährige Aufzeichnungen. Im gesamten Vorjahr 2011/12 lagen die britischen Weizenimporte bei etwa 0,9 Mio. t und im mehrjährigen Durchschnitt bei etwa 1,2 Mio. t.

Unverändert wie in der bisherigen Getreidebilanz schätzt das Defra 2012/13 den britischen Weizenverbrauch für die menschliche Ernährung und industrielle Zwecke auf gut 7,9 Mio. t. Er wäre 16 Prozent höher als im Vorjahr, was sich durch Weizennachfrage für Ensus und Vivergo erklärt. Diese beiden britischen Ethanolfabriken waren im Vorjahr nicht in Betrieb.

Dagegen wird die Weizenverwendung im Futter nach Einschätzung des Defra um 2 Prozent auf rund 6,3 Mio. t zurückgehen. Sowohl in der Mischfutterindustrie als auch in der Verfütterung auf den Höfen werden voraussichtlich mehr britische Gerste und mehr Importmais zum Einsatz kommen.

Großbritannien hat 2012/13 einen ungewöhnlich hohen Importbedarf, weil die Weizenernte 2012 sehr schwach ausgefallen ist. Sie war mit 13,3 Mio. t rund 13 Prozent kleiner als im Vorjahr und 11 Prozent geringer als im mehrjährigen Durchschnitt.

Bei den Weizenimporten in diesem Jahr kommen deutsche Lieferanten umfangreich zum Zuge. Die Defra-Zahlen bis von Juli bis November zeigen, dass 40 Prozent der Importe von rund 1,0 Mio. t Weizen aus Deutschland stammten. (db)
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